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Vierzehntes Kapitel. Das Ende der Befreiungskriege. Dezember 1813 bis 1815

Full text: Denkwürdigkeiten des Generals Friedrich von Eisenhart / Eisenhart, Friedrich von (Public Domain)

Ende der Befreiungskriege. Dez. 1813 bis 1815. 253 
Der König war bekanntlich nach Wien gereist, und alles 
war in der gespanntesten Erwartung, welche glücklichen Folgen 
für uns aus dem dortigen Kongreß entspringen würden. 
Der König hatte den General v. Bülow zum Grafen mit 
dem Zunamen v. Dennewitz ernannt, und dies war die Veran⸗ 
lassung zu gewaltigen Debatten und einer Korrespondenz zwischen 
diesem General und dem Grafen v. Tauentzien, welcher glaubte, 
daß er auf diesen Beinamen gerechtere Ansprüche habe. Da in⸗ 
dessen der König anders entschieden, so verlangte er, daß der 
General v. Bülow schriftlich erklären solle, daß das IJV. Armee— 
korps wenigstens das nämliche in jener Schlacht geleistet habe 
als das III. Armeekorps. Der Major v. Rottenburg mußte sich 
nach Freienwalde zum General v. Bülow begeben, woselbst er 
sich im Bade befand, und ihm das Schreiben übergeben, mit dem 
bestimmten Auftrag, im Falle dieser General jene Schrift nicht 
ausstellen wolle, ihn auf Tod und Leben zu fordern. 
Glücklicherweise wurde diese Angelegenheit nach Wunsch 
ausgeglichen.) Der General Graf v. Tauentzien hatte zwar den 
Namen v. Wittenberg vom Könige erhalten, jedoch hat er sich 
selbst niemals dessen in seiner Unterschrift bedient. 
Wie gnädig der König übrigens für den General gestimmt war, 
bewies er am 6. September 1814, dem Jahrestage der Schlacht 
von Dennewitz, in Charlottenburg, woselbst sämtliche Offiziere, 
welche der Schlacht beigewohnt hatten, zum Diner hinbefohlen 
waren. Denn nachdem der König mit mehreren Generalen ge⸗ 
sprochen, wandte er sich zu mir mit der Frage, ob die Berliner 
heute viele Feierlichkeiten zu Ehren des IV. Armeekorps ange— 
stellt hätten. Als ich mich mit der Unwissenheit in dieser An⸗ 
gelegenheit entschuldigte, sprach der König weiter: „Die Berliner 
können nicht genug dem IV. Armeekorps danken, denn dreimal 
i) Vgl. dazu den Briefwechsel bei Varnhagen von Ense, Leben 
Bülows, S. 394 bis 403, ferner die Zuschrift von Bülows Schwiegersohn, 
v. Bardeleben, an Dorow in „Denkschriften und Briefe zur Charakteristik 
der Welt und Literatur“ III, 253 und Tauentziens Brief — unterzeichnet: 
„Graf Tauentzien nicht von Wittenberg“ — in Dorow, Erlebtes IV, 83.
	        
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