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Einleitung

Full text: Denkwürdigkeiten des Generals Friedrich von Eisenhart / Eisenhart, Friedrich von (Public Domain)

Einleitung. 
XV 
platz vor dem Halleschen Tor als nach den heiligen Hallen des 
Gymnasiums. Als er einst bei einem solchen heimlichen Besuch 
des Exerzierplatzes von dem Großen König angesprochen wurde, 
der ihn freundlich warnte, daß er sich nicht überreiten lassen 
solle, erzählte er zu Hause freudestrahlend dieses Erlebnis, wo— 
durch das Gebahren des kleinen Sünders an den Tag kam. 
Er wurde nun von dem Vater, der ihm zwar die Wahl jedes 
Standes freistellen, aber vorher eine gründliche Ausbildung 
zuteil werden lassen wollte, zur Strafe von Berlin entfernt 
und nach der Schule des Klosters Berge gebracht. Nach den 
Schilderungen des Dichters Friedrich v. Matthisson, der, acht 
Jahre älter als Eisenhart, kurz vorher diese Schule besucht hat,) 
herrschte dort damals unter den meist adligen Schülern ein 
sehr freies und ungebundenes Leben in studentischer Art. Das 
mag der Grund dafür gewesen sein, daß Eisenhart bald darauf 
auf eine Schule in Halle geschickt wurde. Von dort aber riß er 
heimlich aus, um Husar zu werden. 
Nun wurde er im Jahre 1786 in das Husaren-Regiment 
Keoszegy?) (Nr. 3) eingestellt, dem sein älterer Bruder schon 
seit einem Jahre angehörte. Doch kam er in eine andere Es— 
kadron und damit an einen anderen Ort als jener. In der 
kleinen, oberschlesischen Garnison Konstadt, einem elenden, pol⸗ 
nischen Nest, unter einem strengen Vorgesetzten, inmitten von 
Kameraden, deren dienstfreie Zeit vorwiegend dem Trinken, dem 
Kartenspiel und der Jagd gewidmet war, fühlte sich der junge 
Husar zunächst recht unglücklich. Diese Verhältnisse veranlaßten 
ihn zu fleißiger Lektüre, und im Lauf der Jahre wurde er dann 
immer stärker von dem literarischen Zuge der Zeit erfaßt: Er 
hat sich selbst als Dichter versucht, dem Theater ein großes 
Interesse entgegengebracht und mit Schriftstellern und Schau— 
9 Von 1773 bis 1778. F. v. Matthisson, Literarischer Nachlaß, Jl, 
240ff. Vgl. H. Holstein, Geschichte der ehemaligen Schule zu Kloster 
Berge, S. 84f., 62f. 
) 1788 wurde Köhler Chef des Regiments, 1796 v. der Trench, 
1797 Schulz, 1804 Pletz.
	        
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