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Viertes Kapitel. Der Zusammenbruch des Jahres 1806

Full text: Denkwürdigkeiten des Generals Friedrich von Eisenhart / Eisenhart, Friedrich von (Public Domain)

Der Zusammenbruch des Jahres 1806. 91 
welchem die vortreffliche Herzogin es dahin gebracht hatte, daß 
er dem Herzog sein Land im ruhigen Besiztz lassen wolle, wenn 
er sogleich den preußischen Dienst verlassen und nach Weimar 
zurückkehren würde. Allein indem mir der Herzog dies mit— 
teilte, sagte er mir buchstäblich folgende Worte: „Ich habe dem 
Könige meine treuen Dienste geschworen und werde mein Wort 
halten, was auch daraus entstehen mag, bis er mich selbst der— 
selben entläßt. Ich werde ihn nicht schändlich in seinem Un— 
glück verlassen.“ 
Da der Herzog eben im Begriff war, einen Kurier an den 
König abzuschicken, so war er so gnädig, mir von freien Stücken 
die Versicherung zu geben, daß er mich dem Könige besonders 
empfehlen würde oder vielmehr, daß er nachträglich dem Könige 
Bericht über mein Verhalten gemacht und mich ihm ganz be—⸗ 
sonders gerühmt und seiner Gnade empfohlen habe. 
Kaum war ich in meinem Quartier angekommen, als mich 
der Herzog wieder zu sich rufen ließ und mir die Nachricht mit⸗ 
teilte, daß er eben erfahren, wie eine starke, feindliche Kavallerie⸗ 
abteilung in Helmstädt eingerückt sein solle. Da diese Stadt 
nur ungefähr eine starke Stunde, wenn ich mich recht erinnere, 
von Königslutter entfernt ist, so lag ihm viel daran, eine genaue 
Auskunft hierüber zu erhalten, und er trug mir auf, so viel Ka— 
valleristen, als ich im Hauptquartier aufbieten könnte, zusam—⸗ 
menzuraffen und nach Helmstädt zu patrouillieren.) Leider 
aber befanden sich nur einige kommandierte Ordonnanzen und 
außer diesen von verschiedenen Regimentern einzelne versprengte 
Leute im Orte, so daß ich nur gegen 30 Pferde zusammen er⸗ 
hielt, mit welchen ich den Auftrag erfüllen mußte. 
Es war bereits 7 Uhr abends,“) als ich abmarschierte, und 
ich war nicht wenig verwundert, den Leutnant v. Gagern eben— 
1) Nach dem Bericht erhielt Eisenhart diesen Befehl erst, nachdem 
er zwei Tage sich im Hauptquartier des Herzogs befand. 
Um 5 Uhr nach dem Bericht. Hier erscheinen übrigens bei der 
geringen Entfernung (I /, Stunden nach dem Bericht) die Zeitangaben 
der Denkwürdigkeiten fast zuverlässiger, wie sie auch reicher sind.
	        
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