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Das Museum für Naturkunde

Full text: Berliner Museums-Führer / Hach, Otto (Public Domain)

Reptilien- 
Saal. 
Wie den Tieren ihr Kleid der Umgebung ange- 
passt ist, zeigt die Zusammenstellung von kleineren 
Wüstentieren mit sandfarbenem Aeusseren in 
einem Glaskasten mit Sandboden, während in einem 
anderen, dessen Boden mit Naphthalin bestreut ist, 
auf einem Schneefelde ein Eisfuchs, eine Schnee- 
taube, ein Schneehuhn und ein Schneehase fried- 
lich beisammen sind. 
Weniger freundlich kommt man den Re pPp- 
tilien und Lurchen entgegen, welche der 
Saal hinter dem östlichen Treppenraume enthält, 
obwohl manche gesuchte Leckerbissen für Fein- 
schmecker abgeben. Dass Karett- und Rie- 
senschildkröten mit ihren Panzerplatten 
und geschmeidigem, begehrten Schildpatt in 
fernen Ozeanen leben, ist wohl bekannt, weniger 
aber, dass auch in unseren märkischen Seen eine 
Schildkröte lebt. Von den’ etwa 300 Arten giftiger 
Schlangen, deren gefährliche Waffe natür- 
lich recht deutlich in Spiritus gezeigt ist, leben 
bei uns glücklicherweise nur die Kreuz- 
ottern und die Horn viper, wie überhaupt 
in Deutschland nur eine Schildkröte, fünf Ei- 
dechsen und fünf Schlangen vorkommen. Auf die 
bereits erwähnte Schutzfarbe und eigentümliche 
Anpassung derselben an die Umgebung sei hier bei 
der grauen Erdkröte, beim grünen Laubfrosch und 
bunten Feuersalamander auch nur hingewiesen. 
Grössere Aufmerksamkeit ziehen wieder die 
Fische auf sich, welche hier in grosser Zahl 
und sehr schönen Beispielen vertreten sind. Eine 
junge Bachforelle finden wir in allen ihren Ent- 
wicklungsstufen vom Ei bis zur völligen »Reife«, 
einen Hering in alle seine Teile anatomisch und 
sauber zerlegt, dass sich mancher beim Kater- 
frühstück an dieses Beispiel erinnern sollte. Von 
den durch ihre Grösse oder Gestalt auffallenden 
Vertretern seien nur erwähnt der Riesensäge- 
barsch, der Hausen (eigentümlicherweise noch als 
25 Fuss lang angegeben), ein Schwertfisch von 3 m 
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