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Das Kunst-Gewerbe-Museum

Full text: Berliner Museums-Führer / Hach, Otto (Public Domain)

R. 25. 
seinen Erben sein darbey zu gedenken machen 
lassen anno 1578« an den bekannten Schwarz- 
künstler und Alchimisten Joachims I. Bauern- 
stühle, Spinnräder und Sanduhren 
versetzen gleichfalls in jene Zeit; die grösste An- 
ziehung aber üben hier die Bernstein- 
sachen in Schrank 143 und 144. Zumeist‘ in 
Danzig im 17. und 18. Jahrhundert gearbeitet, 
zeigen diese Schmuckwaren eine sehr geschickte 
Ausnutzung der verschiedenen Grössen und 
Formen der rohen Stücke und eine ebenso ge- 
schickte Abstufung der verschiedenen Helligkeiten. 
Mehr als in der Architektur, die ja offen- 
kundig für die jeweilige Entwicklung des Kunst- 
gewerbes tonangebend wirkt, arten widersinniges 
Anwenden verschiedener Formen noch mehr im 
Hausgerät die ursprünglich edlen Formen der 
Renaissance zu den übertriebenen, schwülstigen 
des Barock aus; auf organischen Aufbau wird 
weniger geachtet wie auf Fülle, Pracht und 
malerische Wirkung. Recht deutlich zeigen dies 
die Möbel des Barocksaales. An Wand 
146 steht ein grosser, schwarzer, zweitüriger 
Schrank aus Friesland von 1700 mit Halbsäulen 
und stark vortretenden Füllungen; an Wand 149 
ein Schrank mit Bekleidung von durchbrochenen, 
reich gravierten Messingplatten, eine grosse 
Prachtschenke mit gewundenen Säulen und Baseler 
Doppellilien; an Wand 148 ein Schrank mit stark 
hervortretenden Füllungen; an Wand 147 ein 
Tisch von einem Adler getragen, mit schwarzer 
Marmorplatte und Perlmuttereinlagen. Auch der 
f[reistehende »Grosse Moskowiterschrank« 
hat barock gewundene Säulen; ein anderer Kunst- 
schrank mit Uhr wird »Kleiner Moskowiterschrank« 
genannt; seine Vorderseite ist mit Goldblech und 
emaillierten Blumen bedeckt, welche an Segantinis 
Stiftmalerei erinnern. Auf einem Tische, dessen 
Füsse vier geschnitzte rote, brandenburgische 
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