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Das königliche Museum

Full text: Berliner Museums-Führer / Hach, Otto (Public Domain)

Handgemenge bildet eine besonders lebhafte 
Gruppe. Ein hervorragend schönes Stück ist 
wieder, obwohl nur als Torso in parischem 
Marmor vorhanden, die an einen Baumstumpf ge- 
lehnte, ursprünglich wohl freistehende, tanzende 
Mänade mit stark nach hinten übergebogenem 
Körper und natürlich gefaltetem, teils flatterndem, 
teils sich anschmiegendem Gewande. Wohl auch 
in lebhafter Bewegung, aber doch nicht so ge- 
fällig erscheint der Torso des tanzenden 
Satyrn, aus dem 3. Jahrh. stammend, bei dem 
der geglättete, schöne parische Marmor, die fein 
durchgearbeitete Muskulatur vorzüglich erkennen 
19 503 lässt. Zwischen zwei kleinen Torsen bemerkt 
man nahe der Tür zu R. VI eine Bacchusherme 
500 aus rotem Granit und neben einer lesenden Sitz- 
figur mit einem Arbeitskorbe unter dem Stuhle, 
also vielleicht einem Grabmal, einen Hermeskopf 
aus weissem Marmor auf schwarzer Herme. 
Gleichfalls aus buntem Stein, dunklem Basalt, 
1035 sind ein Löwen- und ein Luchskopf, 
1086 offenbar ursprünglich der Wasserauslauf eines 
Gebälks bzw. einer Wanne. 
Den folgenden, die Ostseite des Geschosses 
einnehmenden Saal mit roten Stuckosäulen durch- 
schreite man und verfolge von der südlichen 
Querwand aus die Entwicklung der römischen 
Kunst. Obgleich gerade von den Römern die 
griechischen Vorbilder massenhaft nachgebildet 
wurden, entwickelt sich bei ihnen doch ein ganz 
eigener Stil. Dem griechischen Idealismus steht 
der römische Realismus gegenüber, dem Götter- 
kult der Personenkultus. Die Haltung der Ge- 
stalten wird stolz, herausfordernd, das Gesicht 
ernst und düster, dazu erscheint alles. ins Ueber- 
mass, Protzige getrieben. Büsten und Statuen 
R. VI. werden in Unmengen aufgestellt. Von den vielen 
Kaisern betrachten wir zuerst die Statue aus der 
Colonna bei Rom mit faltiger, bis zur Erde 
fallender Toya und Tunica und mit dem Kopfe Julius 
OS
	        
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