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Die Hohenzollern und Herters Schaffen???

Full text: Ernst Herter / Malkowsky, Georg (Public Domain)

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Die Hohenzollern und Herters Schaffen. 
machen, so Berlin und die preußische Mo— 
narchie zum Depot derselben in den nörd— 
lichen Gegenden unseres Weltteils vor— 
zubereiten. Auf diesen wichtigen Zweck zielt 
Alles was jetzt bey uns zur Verbesserung 
der Zeichenschulen und der Bildhauerkunst 
geschiehet, alle außerordentlichen Belohnungen 
der Kunst des Kupferstiches, die Errichtung 
einer Kunste und Buchhandlung der Akademie, 
die öffentlichen Kunstausstellungen u. dgl.“ 
And in dem Nekrolog des verdienten Mannes 
im Ausstellungskatalog des Jahres 1802 heißt 
es: „Sein Blick, der die feinsten Räder des 
Staatsgetriebes durchschaute, mußte augen— 
blicklich gewahr werden, daß die Akademie 
sich um so größere Verdienste um das Vater— 
land erwerben könne, je inniger und fester sie 
sich mit dem ausübenden Kunstfleiße der 
Manufakturen und Gewerben in Verbindung 
setzte, und auf geschmackvolle Vervollkomm⸗ 
nung aller Kunstprodukte wirkte; zumal da 
die Akademie in ihrer damaligen Lage viel 
zu arm war, um sich zur Beschützerin einzelner 
Kunstgenies aufzuwerfen, zu deren Bildung es ihr an Musterbildern und dem 
Lande selbst an Natur, Luft und begeisterndem Klima fehlte.“ 
Diese verständigen materiellen Bestrebungen fanden ihre ideelle Ergänzung 
im Anschluß an die großdeutsche Entwickelung des preußischen Staatswesens. 
Seit dem nationalen Aufschwung in den Freiheitskriegen 1813215 hat es jeder 
Hohenzollernfürst unabhängig von seiner persönlichen Stellung zur bildenden Kunst 
als eine seiner vornehmsten Aufgaben betrachtet, durch die Verherrlichung der 
Ruhmestaten in Krieg und Frieden die Mitwelt zu ehren und die Nachwelt zur 
Nacheiferung anzuspornen. In einem Staate, dessen Monarchen sich als erste 
Diener des Vaterlandes bezeichneten, darf die Gleichstellung des dynastischen 
Interesses mit dem politischen um so weniger als Mangel aufgefaßt werden, als 
die durch sie beeinflußte Denkmalskunst dem wirklichen Verdienst gegenüber sich 
unschwer des Byzantinismus erwehren konnte. Das Sonnenkönigtum Ludwigs XIV. 
und die beiden Kaiserreiche jenseits des Rheins haben eine Monumentalbildnerei 
gezeitigt, mit der verglichen die viel verlästerte „Denkmalswut“ unserer Zeit als
	        
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