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Erster Teil. Die Museen 3. Das Kaiser-Friedrich-Museum

Full text: Führer durch Berlin's Kunstschätze, Museen, Denkmäler, Bauwerke / Gaulke, Johannes (Public Domain)

Die Gemälde-Galerie. 
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Galerie). Aus dem Dunkel des Hintergrundes hebt sich 
der Körper des jugendlich reizvollen Weibes wunderbar 
plastisch ab; die Umrisse ihres Liehabers sind dagegen nur 
verschwommen angedeutet. 
Die venetianischen Meister des 15. und 16. Jahr— 
hunderts. 
Die älteren venezianischen Meister lehnen sich stark an 
die Schulen Mittelitaliens an. Von dem eigenartigsten 
Vertreter der alten Venezianer, Carlo Crivelli sea. 
1440- 1493), ist unlängst ein Hauptwerk: Die Madonna 
mit dem Kinde, das dem knienden Petrus die Himmels 
schlüssel überreicht, in den Besitz der Galexie übergegangen. 
Crivelli erinnert mitunter an Mantegna; seine Figuren 
sind mit großer Gewissenhaftigkeit durchgezeichnet, sie er— 
mangeln aber der natürlichen ungezwungenen Bewegung, 
das Kolorit ist prunkvoll und von Goldtönen durchsetzt. 
Ebenso malt Gentile Bellini noch unter dem 
Einfluß der mittelitalienischen Schulen, dagegen steht sein 
Bruder Giovanni Bellini als eine unabhängige 
künstlerische Persönlichkeit an der Spitze der neueren vene— 
zianischen Malerei. Außer großen monumentalen Arbeiten 
hat er Zahlreiche Madonnenbilder hinterlassen. Einige 
kleinere Tafelbilder im Saal 48 unterrichten uns über seine 
Darstellungsart und sein prächtiges Kolorit. 
Giovanni Bellini hat der Kunst in Venedig neue Wege 
gewiesen, nach ihm bildeten sich die drei großen Maler der 
venegianischen Hochrenaissance: Giorgione, Palma 
Vecchio und Tizian. 
Giorgio Barbarelli, genannt Giorgione 
(1477 151) eröffnete die Reihe der großen venezianischen 
Maler, die erst mit Tintoretto und Veronese schließt. Ein 
männliches Bildnis gibt uns eine ungefähre Vorstellung 
von dem Stil Giorgiones und seiner eigenartigen Kunst- 
anschauung. 
Palma Vecchio, eigentlich Jacopo Palma aus 
Bergamo (1475-1528), ist der eigentliche Schöpfer des 
venegianischen Frauenideals. In Einzelfiguren, wie in 
Gruppen schildert er die reife weibliche Schönheit; eine 
volle, kräftige Form und die gesunde blühende Gesichtsfarbe 
geben seinen Frauengestalten nicht selten einen Stich ins 
Matronenhafte. Zwei weibliche Bildnisse (Saal 46) kenn— 
zeichnen Palma Vecchios glänzende Darstellungsart. 
Tizian Vecellio aus Cadore (1477—1576), der
	        
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