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Erster Teil. Die Museen 5. Das Kunstgewerbe-Museum

Full text: Führer durch Berlin's Kunstschätze, Museen, Denkmäler, Bauwerke / Gaulke, Johannes (Public Domain)

134 Erster Teil. Die Museen. 5. Das Kunstgewerbe-Museum. 
nungen von Architekten fabrikationsmäßig hergestellt. Die 
Möbel dieser Periode sind künstlerisch sehr ungleichwertig, 
mitunter von graziösem Aufbau und zierlicher Ornamennie 
(Zylinderbureau mit vergoldeten Bronzebeschlägen. Wand 
184), häufig auch von ungewöhnlicher Plumpheit. Ein ab— 
schreckendes Beispiel der Geschmacksverwilderung ist ein 
Uhrgehäuse in Form eines kannelierten Säulenschaftes 
Wand 182). 
Kunsttöpferei. 
Die Kunsttöpferei oder Keramit ist eine der ältesten 
Techniken. Schon die prähistorischen Völker hatten in der 
Herstellung von Tongefäßen, die den verschiedensten Zwecken 
dienten, eine große Geschicklichkeit erlangt. Die Gegen— 
stände werden aus weicher Tonmasse geformt, getrocknet 
und gebrannt (Terrakotta). Durch die Glasur erhalten sie 
einen festen wasserdichten Üüberzug. Man unterscheidet die 
durchsichtige Bleiglasur und die undurchsichtige Zinnglasur, 
die im feuchten Zustande mit metallischen Farben übermalt 
wird. (Die italienischen Majolitken, die französischen, hollän— 
dischen und deutschen Fayencen.) 
Die Gegenstände der keramischen Kunst befinden sich in 
den Räumen 512861 des 2. Stockwerkes. Eine Sammlung 
persischer, türkischer, spanisch-maurischer und italienischer 
glasierter Wandfliesen befindet sich auf der Galerie (Nord— 
und Ostseite); deutsche Kacheln und Ofen auf der Südseite 
der Galerie des 2. Stockwerkes; an der Haupttrepvbpe moderne 
Fahencen und Porzellane. 
Raum 51. Majolikasaal. Eine hervorragende 
Sammlung von der ersten Zeit bis zur Blüte der Majolika— 
technik. Stücke aus Faenza, Venedig, Padug, Urbino, 
Ferrara, Florenz. Als Majolika bezeichnet man die gla— 
sierten Gefäße, die der italienischen Rengissance vom 15. 
bis 17. Jahrhundert angehören. Der Name ist von der Insel 
Majorka abgeleitet, die als Stapelplatz für maurxische 
glasierte Tongefäße, die von Spanien nach Italien exportiert 
wurden, diente. Unter Fayencen versteht man namentlich 
solche Arbeiten des 17. und 18. Jahrhunderts, die vornehm— 
lich aus Holland stammen oder die chinesische Einflüsse 
der in Holland fabrizierten Keramik zeigen. Doch schwantt 
der Sprachgebrauch.
	        
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