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IV. Der Ursprung des Backsteinhauses in den baltischen Ländern

Full text: Zur Kunstgeschichte / Adler, Friedrich (Public Domain)

34 Der Ursprung des Backsteinbaues in den baltischen Ländern. 
Kirche von Krewese bereits 1168 die Mischung von Granitbau mit 
Ziegeldetails zeigt. Man hatte soeben im Lager vor Brandenburg 
den niederländischen Backsteinbau gesehen und seinen Wert schätzen 
gelernt. 
Anderseits kann auch das ungleich näher belegene und durch seine 
Größe und Stattlichkeit gewiß allgemeines Aufsehen erregende Kloster 
Jerichow auf die Entstehung des Ziegel-Granit-Mischbaues von Krewese 
eingewirkt haben. Jerichow steht in der Tat in erster Linie, denn 
kein anderes Gotteshaus in der Mark ist von Anfang an von allen 
Seiten und von den besten Männern so begünstigt worden als dieses. 
Der letzte männliche Sproß des reichen Grafenhauses von Stade, 
Hartwig, hatte die geistliche Laufbahn eingeschlagen, war um 1139 
Domherr in Magdeburg und um 1143 Dompropst in Bremen geworden. 
Als im nächsten Jahre (13. März 1144) sein Bruder Rudolf von den 
Dithmarschen erschlagen worden war, gründete er in Verbindung mit 
seiner Mutter Richardis auf dem ererbten Allodium rechts der Elbe 
das Prämonstratenserstift Jerichow, dessen Schirmvogt Albrecht und 
dessen Oberhirt Anselm wurde. Der Konvent kam aus der Lieblings— 
stiftung Norberts, aus dem Marien-Kloster zu Magdeburg, dem Haupte 
aller sächsischen Prämonstratenser-Stifter. Alles beeiferte sich, der von 
vornherein wohlfundierten Stiftung zum raschen Aufblühen zu verhelfen. 
Anselm beschenkte schon 1145 das Kloster mit einer wichtigen Burg 
nebst vielen Dörfern, sowie mit dem bischöflichen Zehnten und dem 
Archidiakonate für das Missionswerk, beides in einem großen Distrikte. 
Weitere Begabungen und Unterstützungen erfolgten durch ihn und das 
Erzstift 1148, namentlich die Ermöglichung eines Platzwechsels, so daß 
der Bau der Klosterkirche spätestens 1149 begonnen worden ist. Die 
päpstliche Bestätigung von 1159, sowie die Abtretung der Vogtei durch 
den Markgrafen Otto 1160 sprechen für die in jener Zeit erfolgte 
Vollendung des Baues. Sicher waren Kirche und Kloster 1172 voll— 
ständig hergestellt, wie eine den ganzen Verlauf der Entwicklung des 
Klosters übersichtlich zusammenfassende Urkunde des Erzbischofs Wich— 
mann aus jenem Jahre deutlich erkennen läßt (Riedel, Cod. dipl. 
Brand. III, 336.).. Wenige Jahre nach der Stiftung und kurz vor 
Beginn des Baues, 1148 war der Stifter Hartwig zum Erzbischofe 
von Bremen-Hamburg erhoben worden, so daß er in einer so einfluß— 
reichen Stellung das Gedeihen seiner Lieblingsschöpfung noch ganz 
anders fördern konnte als früher. Hier hat ihn, wie Schuhmacher in 
seinem vortrefflichen Aufsatze des Bremer Jahrbuches III, 199 ff. (Be—
	        
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