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Full text: Kunstgenossenschaft und Secession (Public Domain)

genug ausnahmen. Aber das waren die Ausnahmen, 
welche die Regel bestätigen: Die wahre Gesinnung 
der Ultra-Modernen gegen die bewährten Alten 
entspricht den Worten des Baccalaureus im 2. Theil 
des Faust: „Am besten wär’s, euch zeitig totzu- 
schlagen.“ 
Am hässlichsten hat die Unduldsamkeit der 
Secession und ihrer Führer, der Künstler sowohl 
als ihrer Herolde in der Presse, sich gezeigt bei Ge- 
legenheit der Weltausstellung in St. Louis und der 
damit zusammenhängenden Kämpfe. Weil eine 
kleine, ehr- und herrschsüchtige Gruppe in bedauer- 
lichem Eigensinn der gemeinsamen Sache fern 
geblieben ist, muss nun den anderen, die Sie 
durchführen wollen, um jeden Preis das. Spiel 
verdorben werden. Ein grosses nationales 
Unternehmen, von Kaiser und Reich beschlossen, 
dem die Künstlerschaft die reifsten Früchte ihres 
Talents und ihres Könnens, die öffentlichen und 
privaten Sammlungen ihre unersetzlichsten Schätze, 
der Hauptvorstand, die Localvorstände und die 
Jury’s ein Uebermass von Mühe und Arbeit ge- 
widmet haben, wird von vorn herein verdächtigt 
und herabgesetzt. Eine ausgesuchte Sammlung 
von Kunstwerken, die hervorragende Meisterwerke 
und die glänzendsten Namen aufweist, wird mit 
Schimpfnamen belegt, wie „rückständiger Kram“, 
„Ausschusswaare“, „syrupsüsser Theaterschund“; 
und mit unverhehlter Schadenfreude wird eine 
‚Weltblamage“ vorausgesagt. 
Also nicht Gileichberechtigung ist es, was
	        
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