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Zweiter Band XIII.

Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 2 Zweiter Band (Public Domain)

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ihn erfüllst, um so mehr sehnt er sich auch nach Dir, um so 
öfter spricht er den Wunsch aus, Dich noch einmal zu sehen, 
bevor er aus dem irdischen Leben scheiden soll.“ 
„Mein alter Vater!“ sagte Thurneyßer bewegt, „er hat 
mich lange, lange nicht in seiner Nähe gehabt, ich habe die 
ganze Welt durchzogen und bin ihm dennoch nicht fremd ge— 
worden, dennoch denkt er meiner in treuer Liebe — und ich 
bin unter den Fremden, wo auch meine Freunde mich niemals 
lieben können, wie ich in meinem Vaterlande geliebt werde 
und wo Viele — die meisten wohl — mich hassen und über 
mich herfallen würden, wenn mein gnädigster Herr nicht seine 
schützende Hand über mich ausstreckte.“ 
Der Wein wurde gebracht, und hell klirrten die Kelche an 
einander, welche die beiden Brüder zum Gruß an die alte 
Heimat leerten. 
Alexander erzählte von vielen Freunden, die alle sich 
danach sehnten, Thurneyßer wiederzusehen, und den stillen 
Wunsch hegten, daß er dennoch aus der Fremde zurück— 
kehren werde 
„Und meine Töchter,“ fragte Thurneyßer, „wie sind sie 
gediehen? Sie stehen ja schon an der Grenze der Kindheit.“ 
„Glaube mir,“ erwiderte Alexander, „daß sie von meiner 
Bregor Samarow, Die Goldapotheke. II.
	        
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