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Zweiter Band XIII.

Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 2 Zweiter Band (Public Domain)

93 — 
Er faßte freudig bewegt die ihm gebotenen Hände des so 
plötzlich eintretenden Gastes und rief: 
„Du hier, mein Bruder Alexander? Dich hatte ich 
allerdings kaum erwartet!“ 
„Du hattest wohl Grund,“ sagte der von Thurneyßer als 
Bruder begrüßte mit demüthigem Ton, indem er das Haupt 
senkte, „ich habe Dich lange auf Nachricht warten lassen, und 
Du magst wohl Recht haben, mir zu zürnen. — Ich habe 
versucht, meine eigenen Wege zu gehen und mit den Mitteln, 
die Du mir so großmüthig geboten, eigene Geschäfte zu machen. 
Das Glück blieb mir fern — ich hatte es wohl so verdient, 
da ich von Dir und Deiner Leitung abwich, unter der ich 
doch wohl allein Etwas zu vollbringen vermag. Es war aber, 
glaube es mir, nicht Eigensinn und Gleichgiltigkeit, daß ich 
meine eigenen Wege gehen wollte, nein, ich wollte Dir nicht 
zur Last fallen, aber nun bin ich doch wieder gezwungen, 
Deine Güte anzurufen und Dich zu bitten, daß Du mir in 
dem großen Kreise Deiner vielen Arbeiten und Unternehmungen 
eine Stelle anweisen möchtest — ich weiß ja doch, daß Du 
immer ein Herz für den Bruder hast, wenn derselbe Dir auch 
Grund gegeben, ihm böse zu sein.“ 
„Dann kennst Du mich richtig,“ sagte Thurneyßer, der
	        
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