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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 2 Zweiter Band (Public Domain)

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entgegen handeln sollte, und welche Rache meinst Du fürchten 
zu müssen, wenn Du meinem Befehl folgst?“ 
Der Waldwart beugte sich schweigend auf des Kurfürsten 
Hand, drückte dieselbe noch einmal ehrerbietig an seine Lippen 
und zog sich dann, wohl etwas erleichtert, aber immer noch 
tief und schmerzlich bewegt, zurück.“ 
„Eure Kurfürstliche Durchlaucht haben bei Gott ein gutes 
Werk gethan,“ rief Thurneyßer, „und ich hoffe gewiß, daß 
Hochdieselben dafür belohnt werden mögen.“ 
Der Kurfürst fuhr mit der Hand über die Stirn, als ob 
er sich von einem Drucke befreit fühlte, der auf ihm gelastet. 
„Und nun, mein Medicus,“ sagte er dann, „was habt Ihr 
mir zu bringen. Ihr sagtet ja, daß Ihr mich um Gehör ge— 
beten haben würdet, auch wenn ich Euch nicht gerufen hätte.“ 
„Ihr wißt, gnädigster Herr,“ erwiderte Thurneyßer, „daß 
Seine Durchlaucht, der gnädigste Kurfürst von Sachsen mich 
um Rath wegen einiger Krankheiten gefragt hat, von denen 
er fürchtet, daß sie ihn im späteren Alter belästigen können. 
Ich habe Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht verschiedene Arzneien 
gesendet, welche ihm das Blut kräftigen, das Herz und die 
Leber reinigen werden. Zugleich habe ich dem gnädigsten
	        
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