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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 2 Zweiter Band (Public Domain)

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Der Kurfürst, der ihm freundlich und heiter entgegen⸗ 
gekommen war, schien erschrocken und sah ihn prüfend mit 
traurigen Blicken an. 
„Ich begreife es, mein lieber Medicus,“ sagte er, „daß 
Ihr Euch sehnt, einmal Eure alte Heimat wiederzusehen, die 
ja für alle ihre Söhne eine zauberhafte Anziehungskraft besitzt. 
Freilich solltet Ihr einer solchen geheimen Kraft nicht 
unterworfen sein, da Ihr ja,“ fügte er lächelnd hinzu, „selbst 
Herr über die Zauberkräfte seid, wie meine guten Berliner 
von Euch zu glauben geneigt sind, und Ihr solltet bedenken, 
daß auch Eure Freunde hier, unter welchen Ihr mich an der 
Spitze zählen dürft, Eure Abwesenheit schmerzlich empfinden 
werden, und daß auch Eure Geschäfte, welche Euch mit der 
ganzen Welt in Verbindung setzen, unter solcher Abwesenheit 
leiden möchten, ja, daß vielleicht das Bangen nach Eurer 
Heimat noch größer werden möchte, wenn Ihr sie einmal 
wiedergesehen.“ 
„Daß meine Freunde meine Abwesenheit wohl empfinden 
werden,“ erwiderte Thurneyßer, „dessen bin ich gewiß, aber 
außer Eurer Kurfürstlichen Durchlaucht kann ich zu meinen 
Freunden hier nur Wenige zählen. — Ich will aber Eurer 
Durchlaucht offen sagen, was mich ganz besonders getrieben 
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