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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 2 Zweiter Band (Public Domain)

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widersprechen wagen, und Eure Worte können nur die hohe 
Achtung und Verehrung vermehren, die ich für hochdieselben 
im Herzen trage. Eure Durchlaucht haben Recht, und es 
wird mir nicht schwer sein, die Freundschaft, wie ich glaube, 
für lange Zeit hinaus, verbürgen zu können, so lange wenigstens 
meine Freunde ihren Einfluß auf das Schicksal Polens aus— 
üben; diese Freundschaft wird Segen bringen, die Ver—⸗ 
einigung aber, von der ich einen Augenblick geträumt, könnte, 
wie ich anerkennen muß, ein schweres Verhängniß herbeiführen.“ 
„Und nun,“ sprach der Kurfürst, indem er noch einmal 
des Grafen Hand kräftig schüttelte, „nun, mein gelehrter Leib⸗ 
arzt, gebt uns, dem Grafen und mir, einen guten Trunk, um 
die Freundschaft, die wir geschlossen, zu befiegeln. — Ich weiß, 
Ihr führt einen vortrefflichen Ungarwein im Keller, das ist 
der Polen Lieblingsgetränk, und ich kenne auch Euren edlen 
Rheinwein, den Saft der deutschen Reben, — so eröffnet uns 
denn Euren gastlichen Keller.“ 
Thurneyßer eilte hinaus, und als er nach kurzer Zeit 
wiederkehrte, ließ er, wie er es bei dem Kurfürsten von 
Sachsen gethan, den Boden sich öffnen und einen Credenztisch 
emporsteigen. Auf demselben befanden sich zwei stark gebauchte 
Flaschen und schöne Krystallkelche.
	        
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