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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 2 Zweiter Band (Public Domain)

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ein, „daß man einen so verstockten Menschen zum Geständniß 
zwingen müsse durch die Mittel, welche die hochnothpeinliche 
Halsgerichtsordnung des Kaisers angebe, da doch der Kronen⸗ 
bacher vor so vielen Zuhörern auf dem Neuen Markt gar 
verwegene Worte gesprochen habe, die wohl voraussetzen lassen 
möchten, daß er von dem Treiben in dem Hause des Thurneyßer 
mehr wisse als Andere. Es ist, wie ich Eurer Kurfürstlichen 
Durchlaucht versichern kann, eine starke Verfolgungssucht gegen 
die Zauberei und Hexenmeisterei unter dem Volk von Berlin 
ausgebrochen und scheint, wie es mir vorkommen will, auch 
die Richter angesteckt zu haben.“ 
Der Kurfürst trat heftig mit dem Fuß auf den Boden, 
während sich seine Stirn unter blitzendem Augenrollen in 
grimmige Falten zog. 
„Ausgebrochen, sagt Ihr, sei solche Verfolgungssucht?“ 
rief er, „nein, das ist sie nicht! Angeschürt ist sie von allen 
denen, welche meinem Leibarzt das Vertrauen nicht gönnen, 
das ich ihm schenke, und das er mit Recht verdient! — Dem 
rohen Volk mag man es verzeihen, wenn es sich von boshaften 
Feinden des armen Thurneyßer aufreizen läßt, aber wenn 
Eure Richter auch solchen Einflüsterungen Gehör schenken, — 
sie, die über allen falschen Vorurtheilen stehen sollen, die
	        
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