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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 2 Zweiter Band (Public Domain)

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An der Seite des Wagens gingen Lakaien in goldbetreßten 
Röcken, und am rechten Schlage ritt der Junker Christian von 
Tetzel, der mit Verwunderung nach der seltsamen Scene hin—⸗ 
überblickte, welche sich vor der Kirchenthür abspielte. 
Dort aber hatte man trotz der Aufregung die über den 
Markt hinfahrende Equipage bemerkt. 
Plötzlich ertönten Stimmen: 
„Dort — dort — seht, dort fährt der Zauberer und 
Giftmischer — wie ein Fürst fährt er daher mit dem Golde, 
das seine teuflischen Künste ihm eingebracht.“ 
„Apage — apage,“ rief der Diaconus, die Hände 
erhebend — „hebt Euch weg von hier, Ihr bösen Geister, die 
Ihr dort mit Eurem Verbündeten einherzieht — traurig 
genug, daß ein solcher Zug hier auf den Straßen von Berlin 
sich zeigen darf!“ 
„Eine Schande ist's, eine Schande!“ riefen wieder 
Stimmen aus dem Volk. „Haltet ihn auf, den Teufelsbanner, 
laßt uns sehen, ob nicht seine schwarzen Mönche wieder bei 
ihm sitzen!“ 
In wilder Hast, mit drohendem Geschrei, die geballte 
Faust erhebend, stürzte ein Haufe nach dem Wagen hin, einzelne 
fielen den Pferden in die Zügel, Andere versuchten die Lakaien
	        
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