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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 1 Erster Band (Public Domain)

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Seine gewöhnlichen Arbeitsstunden waren vorüber. Er 
hatte die letzten Acte, die er mit seiner Unterschrift versehen, 
seinem Secretär, einem jungen Artillerieoffizier, gegeben und 
schickte sich an, wie es seine Gewohnheit war, auf eine 
Stunde zu seiner Gemahlin nach dem von derselben bewohnten 
Flügel des Palastes hinüberzugehen. 
Da trat sein Sohn, der Graf Kasimir, zu ihm ein und 
bat ihn um Gehör. 
Graf Rochus war ein wenig verwundert über das un— 
ruhig erregte Aussehen seines Sohnes, der ihm sonst niemals 
durch irgend welche leichtsinnige und übermüthige Jugendstreiche 
Sorgen machte und der doch diesmal von irgend einem pein⸗ 
lichen Geständniß bedrückt schien. 
„Ich muß Dir, mein Vater,“ begann der junge Graf, 
„von einer Sache sprechen, die kein Geheimniß vor Dir 
bleiben darf, und bitte Dich, mir mit der Güte Gehör zu 
schenken, die Du mir immer bewiesen hast.“ 
„Nun,“ sagte Graf Rochus lächelnd, „hast Du irgend 
einen tollen Streich gemacht? Wenn es nicht zu toll ist, 
werde ich wohl ein Auge zudrücken müssen, da Du mir ja, ich 
muß es lobend anerkennen, selten Sorge machst.“ 
„Nicht um einen tollen Streich handelt es sich, mein 
Gregor Samarow, Die Goldapotheke. J. 18
	        
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