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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 1 Erster Band (Public Domain)

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wird auf eine harte Probe gestellt werden, aber mit festem 
Willen, mit Muth und Treue werden wir siegen.“ 
„Festen Willen sollst Du bei mir finden,“ erwiderte sie, 
„und an meiner Treue und meinem Muth darfst Du nicht 
zweifeln, sprich, was ist's, vielleicht siehst Du zu schwarz an, was 
Dich erschreckt.“ 
Trotz der Ruhe, in der sie sich zu sprechen bemüht hatte, 
fühlte er ihre Hand auf seinem Arm zittern. 
Er schüttelte traurig den Kopf. 
„An Dir zweifle ich nicht,“ fuhr er fort, „aber der 
Kampf wird vielleicht schwer sein und ernst — wir haben 
wenig Zeit, deswegen höre schnell, ehe Dein Vater heimkehrt, 
was ich Dir zu verkünden habe. Der Kurfürst, der fast mit 
sicherer Gewißheit unser Glück verlündete, hat sich von uns 
gewendet — wie und wann es gelungen ist, ihn dazu zu be— 
wegen, kann ich Dir nicht sagen, aber ich habe jenen tückischen 
Diaconus im Verdacht. Der Kurfürst hat sein Versprechen 
zurückgenommen, bei meinem Vater für uns zu vermitteln, 
wodurch unser Glück gesichert sein würde — er verbietet unsere 
Verbindung und will, für den Augenblick unabänderlich, daß 
Du jenem Diaconus, den ich in die Tiefen der Erde versinken 
lassen möchte, Deine Hand reichen sollst.“
	        
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