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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 1 Erster Band (Public Domain)

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hochgnädige Beschützerin so gut zu bedienen wie hochderselben 
Vater meinen gnädigsten Herrn — auch ich freue mich von 
ganzem Herzen, daß ich mir der durchlauchtigsten Kurprinzessin 
Zufriedenheit erworben habe.“ 
Er führte die Prinzessin in eines der Prachtgemächer. 
Sie aber sagte freundlich lächelnd: 
„Nein, nein, mein lieber Leibarzt, ich komme als Freundin 
zu Euch und bitte Euch, daß wir in Euer Wohnzimmer uns 
begeben, das mich immer so hejmisch angemuthet hat und mir 
stets etwas Belehrendes zeigte.“ 
Thurneyßer verbeugte sich und gehorchte ihrem Befehl. 
„Nun,“ sagte sie, indem sie sich bequem und behaglich in 
einen Lehnsessel niederließ, „zuerst danke ich für die Freund⸗ 
lichkeit, daß Ihr meinen Laboranten Martin Henzken in Eure 
Lehre genommen habt, um ihn zum Destillirer auszubilden. 
Ihr habt mir ja meine Apotheke in Halle, aus der ich die 
armen Kranken versorge, vortrefflich eingerichtet, aber um sie 
vollkommen nutzbar zu machen, muß sie auch einen sicheren 
Leiter aus Eurer Schule haben. Wenn auch meine Labo⸗ 
ranten aufmerksam und pflichttreu sind, so wird es doch bei 
Weitem besser gehen, wenn die Leitung in die Hände eines 
von Euch ausgebildeten Schülers gelegt wird.“
	        
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