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Full text: Die Goldapotheke / Meding, Oskar (Public Domain) Ausgabe 1 Erster Band (Public Domain)

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fürsten Joachim, betrogen und endlich noch ermordet! Ist es 
nicht gerecht, daß er bestraft wurde, und ist es nicht ein 
Segen für das Land, daß man nach den Erfahrungen an dem 
Lippold alle Juden vertrieben hat, und daß Keiner mehr in 
die Kurmark Brandenburg zurückkehren darf? Gott sollen wir 
danken, daß unser gnädigster Herr endlich zum Rechten gesehn 
hat, als er zur Regierung kam.“ 
Er lachte und rieb sich die Hände. 
Kronenbacher aber sagte mit fast feierlichem Ernst: 
„Daß der Lippold ein Jude war, ist gewiß kein Grund 
gewesen, ihn härter zu behandeln oder schlimmer zu beurtheilen 
— der Arme hat vielen vornehmen Herren aus Noth und 
Verlegenheit geholfen durch Darlehen, für welche sie selbst 
Pfänder brachten, und er hat Keinem wehe gethan, aber als 
die Noth und Bedrängniß über ihn kam, da haben so Viele 
ihn verlassen und gegen ihn gezeugt; ich könnte wohl Namen 
nennen, wenn es noch zu Etwas hülfe, doch aber wurden von 
dem Gericht seine Münzrechnungen richtig befunden. Aber 
seine Feinde, die seine Schuldner waren, wurden nicht müde, 
sie klagten ihn der Zauberei an, es fanden sich Zeugen, 
welche gehört haben wollten, daß seine eigene Frau ihm, in 
einem Zank, vorgeworfen habe, durch einen Gifttrank den 
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