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Full text: Die Sterblichkeit "im Kindbett" in Berlin und in Preussen / Ehlers, Philipp (Public Domain)

in % der „im 
Kindbett“ Gestorbenen 
an 1. infectiösen Processen . . =35 . . = 51% 
2. Folgen der Entbindung 
(Eclampsie, Blutung, Ruptur) = 17 . . = 25% 
3. accidentellen Krankheiten . = 16 2. . — 923% 
d. h. etwa die Hälfte der „im Kindbett“ gestorbenen Frauen geht an 
Wochenbettfieber zu Grunde, drei Viertel an den Folgen von Schwanger- 
schaft und Entbindung und ein Viertel an accidentellen Krankheiten. 
Während nach den officiellen Tabellen 2,02 %o der Wöchnerinnen starben, 
erhielt er eine Sterblichkeit von 4,82%, d.h. während nach der ersten 
Quelle die Stadt Breslau ungemein günstig in Bezug auf den „Tod im 
Kindbett“ steht, ergiebt die corrigirte Zahl eine Sterblichkeit, die zwar 
noch immer hinter der officiellen Zahl für den ganzen Preussischen 
Staat (1884 = 5,68 oo) zurückbleibt, aber doch als eine hohe zu be- 
zeichnen ist. Bei einer solchen Unzuverlässigkeit der officiellen Zahlen 
ist es daher auch bedenklich, Schlüsse auf eine Abnahme der Sterblich- 
keit zu ziehen — es starben officiell im Kindbett 1859—1873 = 5,76 %o, 
1874—1884 — 2,60 %o — und so fasst denn auch Jacobi sein Urtheil 
in die Worte zusammen: „Ich glaube nicht, dass man berechtigt ist, 
aus der angeführten Statistik den Schluss zu ziehen, dass thatsächlich 
die Puerperalsterblichkeit auch ausserhalb der Gebäranstalten eine 
kleinere geworden ist.“ 
Diese Arbeit von Jacobi war mir leider noch nicht bekannt, als 
ich im Jahre 1889®) auf Anregung von Löhlein meine Statistik des 
Puerperalfiebers veröffentlichte, in der ich mich bemühte, eine Fort- 
setzung der Boehr’schen Arbeit zu geben, um dadurch ein Urtheil zu 
gewinnen, ob auch in den grossen Zahlenreihen des Preussischen 
Staates ein Fortschritt in den Sterblichkeitsverhältnissen der Wöch- 
nerinnen seit Einführung der Antisepsis und dem Erlass der polizei- 
lichen Verordnungen zu verzeichnen wäre. Um die Zuverlässigkeit 
der officiellen Zahlen zu prüfen, habe ich damals die Todtenscheine 
der Stadt Berlin aus den Jahren 1885—1887 durchgesehen und durch 
Nachfragen bei den Aerzten Berlins zweifelhafte Fälle aufzuklären 
versucht und kam nach Analogie von Boehr zu einer Correction 
von + 11,3 auf 100, die bei Berücksichtigung der „Todesfälle im 
Kindbett“ sich auf + 29.1 steigerte. Während die Tabellen des
	        
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