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II. Die rechtsprechenden Behörden Berlins A. Ordentliche Gerichte; Gewerbegerichte; Gewerbegerichte und Innungsschiedsgerichte; Militärgerichte

Full text: Aus dem Berliner Rechtsleben (Public Domain)

Die rechtsprechenden Behörden Berlins. 37 
Grössere Veränderungen der gegenwärtigen, seit 
dem ı. Oktober 1879 bestehenden Organisation der Ge- 
richte in Berlin und Umgebung sieht das Preussische Gesetz 
vom 16. September 1899 vor, dessen Inkrafttreten, Soweit 
bis jetzt verlautet, im Jahre 1905 erwartet werden darf, Es 
werden danach ein Landgericht in Berlin-Charlottenburg mit 
der Bezeichnung „Landgericht III in Berlin“ und sechs neue 
Amtsgerichte errichtet, nämlich in Berlin-Reinickendorf mit 
der, Bezeichnung Berlin-Wedding, in Berlin-Schöneberg, in 
Gross-Lichterfelde, in Lichtenberg, in Neu-Weissensee und 
in Pankow. Gleichzeitig soll das Amtsgericht I in Berlin die 
Bezeichnung Berlin-Mitte, das Amtsgericht II in Berlin die 
Bezeichnung Berlin-Tempelhof erhalten. Aus den Einzelheiten 
sei nur hervorgehoben, dass der Bezirk des Amtsgerichts 
Berlin-Mitte, nicht unerheblich kleiner als der des jetzigen 
Amtsgerichts I in Berlin, sich im wesentlichen mit dem Ge- 
biete decken wird, welches im Norden und Osten die Ber- 
liner Ringbahn, im Süden und Westen der Schiffahrtskanal 
und der Charlottenburger Verbindungskanal begrenzen. Die 
Amtsgerichte Berlin-Schöneberg, Berlin-Tempelhof, Gross- 
Lichterfelde und Rixdorf werden mit anderen, im wesent- 
lichen südlich Berlins gelegenen Amtsgerichten den Bezirk 
des Landgerichts II bilden, die übrigen neu errichteten Amts- 
gerichte mit dem Amtsgericht in Charlottenburg und anderen 
dem Landgerichte III unterstehen, dessen Gebiet sich in der 
Hauptsache nördlich Berlins erstreckt, während der Bezirk 
des Landgerichts I mit dem des Amtsgerichts Berlin-Mitte 
zusammenfallen wird, 
Über die Geschäftsverhältnisse des Amtsgerichts I 
und des Landgerichts I in Berlin, die mit ı 884 345 Ge- 
richtseingesessenen die grössten Preussischen Gerichte ihrer 
Gattung bilden, mögen einige nähere Angaben gestattet sein. 
IL. Bei dem Amtsgericht I hat der wachsende Umfang 
der Geschäfte und die steigende Zahl der Beamten besondere 
Bestimmungen über die Führung der Aufsicht und die Hand- 
habung der Disziplinargewalt notwendig gemacht, die in dem 
Gesetze vom ıo. April 1892 und der zugehörigen Allgemeinen 
Verfügung vom 4. September 1900 enthalten sind. Das
	        
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