Path:
5. Die Arbeitsgebiete der Schwestern des Paul Gehardt-Stifts

Full text: 25 Jahre des unter dem Allerhöchsten Protectorat Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Victoria stehenden Diaconissen-Mutterhauses Paul Gerhardt-Stift in Berlin / Ruyter, Gustav de (Public Domain)

Von ersterem zu reden, ist hier nicht die Aufgabe. Aber 
letztere gehört in dies Capitel hinein. 
Gebt mir 200 Schwestern für Berlin, sagte ein grosser 
Kirchenmann vor etwa 20 Jahren, als in Berlin noch kaum mehr 
als 20 Schwestern in Gemeinden angestellt waren, und ich über- 
winde die Socialdemokratie. An dem Wort ist sehr viel Wahres. 
Nun hat sich Berlin seitdem um mehr als verdoppelt, so dass 
man heute sagen müsste: Gebt mir 4--500 Schwestern für Berlin. 
In der That, Ihre Majestät hat Hand an dies Werk gelegt und 
— Berlin danke deiner Kaiserin! -— was ist nach so kurzer Zeit 
mit Gottes Hülfe schon erreicht. 
Durch die „Pflegestationen“ ist die Arbeit der Schwestern 
in den Gemeinden verdoppelt. 
Die „Pflegestationen“ bilden eine unentbehrliche Ergänzung 
der Gemeinde-Diaconie. Während die Gemeindeschwester täglich 
mehrere Kranke zu pflegen, Arme zu besuchen, an einzelnen 
Tagen Stricek- und Flickschule zu halten, die weibliche Jugend 
um sich zu sammeln, Vereinsamte aufzusuchen, kurz in die 
Häuser hin und herzugehen hat, kann sie nicht zugleich solchen 
Kranken dienen, bei denen den ganzen Tag oder Tag und Nacht 
eine Pflegerin nöthig ist. Da tritt die „Pflegestation“ ein und, 
Hand in Hand mit der Gemeinde-Diaconie arbeitend, ergänzt sie 
deren Arbeit an einem sehr wesentlichen Punkt. Denn da sind 
schliesslich die Nothstände am grössten, wo dauernd eine Pflegerin 
nöthig und keine zu haben ist. Wie viele Herzen hat die 
Kaiserin damit schon gewonnen, wie viele Thränen getrocknet, 
trübe Wolken verscheucht, Familien vor dem Untergang ge- 
rettet. 
Es war eine grosse That und Wohlthat für Berlin, dass die 
Kaiserin die sämmtlichen Diaconissenhäuser in Preussen veran- 
lasste, soweit es ihnen möglich war, Schwestern für die Pflege- 
atationen zu entsenden. 
Das Paul Gerhardt-Stift übernahm alsbald zwei Pflege- 
Stationen, hoffend, dass es mit der Zeit noch mehr Schwestern 
dafür zur Verfügung stellen könne. Aber die oben schon ge- 
schilderten Nothstände, in die wir kamen, nöthigten uns Sogar zu
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.