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3. Was nun?

Full text: 25 Jahre des unter dem Allerhöchsten Protectorat Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Victoria stehenden Diaconissen-Mutterhauses Paul Gerhardt-Stift in Berlin / Ruyter, Gustav de (Public Domain)

Hülfe seitens des Paul Gerhardt-Stifts zu und nicht lange, so 
war alles in Ordnung. 
Welch lieblicher Aufenthalt für unsere dort arbeitenden und 
für die dort Erholung suchenden Schwestern, welch gesegnete 
Stätte für arme Kranke, welche. Stätte der Erquickung und der 
Freude für den Stifter selbst ist dieses „Hedwigsstift“ in 
Tzscherren mit der Aufschrift: „Ich dien’“ gewesen, bis Gilka 
starb und Tzscherren, das ihn jährlich 20 000 M. gekostet, auf- 
hören musste. 
Aber 0 ihr goldenen Fäden der göttlichen Liebe! Tzscherren 
hatte darin seine grosse Aufgabe: Der Stifter gewann immer- 
mehr Interesse und Verständniss für die Diaconissensache und 
Liebe zum Paul Gerhardt-Stift. 
Gilka ist uns in der That ein sonderlich lieber Freund ge- 
worden, den wir um so mehr schätzten, da er sich mit dem, was 
er für uns leistete, niemals brüstete oder vordrängte oder seine 
Meinung durchzusetzen suchte. Um so lieber fanden seine Ge- 
danken jederzeit Berücksichtigung. 
Das Grundstück war also gekauft. Was nun? Bauen? 
Ohne Geld, unmöglich! Wir erlebten nun köstliche Sitzungen 
des Curatoriums. Fast jedesmal gab es neue Ueberraschungen. 
In der nächsten Sitzung wurde berechnet, dass der Neubau 
wenigstens auf 300000 M. veranschlagt werden müsste. Herr 
Theising sagte nach einigem Besinnen: 150000 M. kann ich bis 
Vollendung des Baues unverzinslich ereditieren. Sofort fiel Gilka 
ein: Dann gebe ich die andern 150000. 
Ein ander Mal: Wir brauchen das Grundstück nebenan. Es 
kostet 45000 M. Gilka erklärt in der nächsten Sitzung: Ich habe 
das Grundstück gekauft, 8000 M. angezahlt, die ich schenke. 
Frau Teuscher sagt: Ich bezahle die Zinsen für die noch darauf 
liegende Schuld, jährlich 2000 M. 
Wir brauchen Einzelzimmer im Krankenhaus, wenigstens 
sechs: Fräulein v. Rochow fragt, was der Bau kostet: 13 000 M. 
„Ich will das Geld geben‘, giebt sie zur Antwort. 
Wir brauchen eine Isolirbaracke. Aber woher das Geld 
nehmen? Die Kosten werden auf 23 000 M. berechnet. 335000 M. 
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