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1. Vorgeschichte bis zur Begründung

Full text: 25 Jahre des unter dem Allerhöchsten Protectorat Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Auguste Victoria stehenden Diaconissen-Mutterhauses Paul Gerhardt-Stift in Berlin / Ruyter, Gustav de (Public Domain)

häuslichen Berufspflichten und können darum bei weitem nicht ihre ganze 
Zeit und Kraft dem Besuche der Armen und Kranken widmen. 
„Wo ist das Organ zu finden, durch welches im Anschluss an alle 
diese freiwillige Arbeit und zu ihrer nothwendigen Ergänzung den Armen, 
sonderlich den armen Kranken, der ausreichende, dringend erforderliche, 
stetige, persönliche Liebesdienst geleistet werden kann? Wir glauben dies 
fehlende Glied gefunden zu haben in der Einrichtung des Ge- 
meinde-Diaconissen-Amtes. Eine Gemeinde-Diaconisse von Kaiserswerth, 
deren Lebensaufgabe und eigentliches Amt es ist, den Armen der Gemeinde 
in der oben bezeichneten Weise zu dienen, hat seit dem 1. November 1871 
ihre Arbeit bei uns begonnen.“ 
Schon in derselben No. 1 heisst es dann: „Wie bald wächst einer 
Arbeiterin die Sache über den Kopf, und wie wenig kann sie dem Einzelnen 
unter so vielen sein, namentlich in anhaltender Krankenpflege und im Nacht- 
wachen.“ 
In No. 2, in welcher Disselhoff die Arbeit der Gemeindeschwester schil- 
dert: Sonntag 12 Uhr Sonntagsschule (mit besonderem Werth für die Schwester 
und ihre Arbeit in der Gemeinde), 5 Uhr Sonntags-Verein (60—80 dungfrauen); 
Dienstag Nachm. im Confirm.-Saal Ablieferung der Näharbeiten armer Frauen, 
Abends Verein der confirmirten Mädchen; Mittwoch Nachm. Kinder-Tabea- 
Verein abwechselnd mit dem Frauen-Verein, Abends Zusammenkunft armer 
Frauen; Freitag Conferenz der Damen des Parochial-Vereins; die Hauptarbeit 
aber jeden Tag besteht in dem Besuche und in der Pflege der Armen 
und Kranken — in dieser No. 2 kann er schon schreiben: Zum Danke für 
ihre freundliche und willige Unterstützung kann ich nun den lieben Wohl- 
Ihätern die Mittheilung machen, dass, wenn sie in dieser ihrer Theilnahme 
nicht ermüden, die Anstellung einer zweiten Gemeinde-Diaconissin mit 
Gottes Hülfe möglich sein wird.“ 
Die Schwester hatte im ersten Jahr. 122 Familien der Gemeinde Dienste 
gethan in 2431 Besuchen, durchschnittlich jeden Tag 7 Besuche, auf jede 
Familie kamen durchschnittlich 20° Besuche. 7 Kinder wurden durch die 
Schwester in Erziehungs- und Waisenhäuser, 2 junge Mädchen zur Ausbildung 
für den Dienst nach Marthashof, einige confirmirte Knaben in passende Lehre 
gebracht. 
No. 5 berichtet über das zweite Arbeitsjahr der Schwester 1. November 
1872 bis dahin 1873, und dann heisst es: Es ist ferner die Absicht, zunächst 
im Zusammenhang mit unserer Gemeinde - Diaconie einen Schwestern- 
Verband für Privat-Krankenpflege in’s Leben zu rufen. Es hat sich 
bereits eine christliche Jungfrau willig gefunden, nach Kaiserswerth zu gehen, 
wo sie zu diesem Liebesdienst ausgebildet wird. 
No. 6, Januar 1875, berichtet: Zuerst kann ich mit Dank gegen Gott 
von unserem Schwestern-Convikt melden, dass er sich auf 6 Schwestern ver- 
mehrt hat. Wir haben eine grössere Wohnung (Jacobikirchstrasse 6) 
miethen müssen. 
*) Es war dies 
zonisse Aynes Roeber. 
die nachherige erste Oberschwester des Hauses: Dia-
	        
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