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Geschäfts-Anweisung für die Armen-Kommissionen

Full text: Handbuch für die Armen-Kommissionen (Public Domain)

chre Arbeitskraft in vollstem Maaße und in möglichst zweckdienlicher 
Weise für sich und ihre Angehörigen nutzbar machen. Wer irgend 
eine seinen Kräften angemessene Arbeit aus nichtigen Gründen (z. B. 
aus Standesvorurtheilen) ablehnt, kann als hülfsbedürftig nicht 
gelten. Von noch ganz oder theilweise arbeitsfähigen Personen 
muß, wenn sie für sich Unterstützung begehren, der Nachweis ver⸗ 
langt werden, daß und wo sie sich vergeblich um Arbeit bemüht 
haben. 
Zeitweise wird es allerdings auch dem Arbeitsfreudigen schwer, 
Arbeit zu finden. Eine der schönsten Aufgaben aller in der Armen⸗ 
oflege thätigen Personen ist es dann, dem Arbeitsuchenden bei der 
Beschaffung von Arbeit durch Rath und That behülflich zu sein. 
Aeberhaupt müssen es alle bei der Armenpflege Betheiligten sich an—⸗ 
gelegen sein lassen, den Armen mieder selbstständig und von der 
öffentlichen Armenpflege unabhängig zu machen, ihn der Armuth 
zu entreißen. 
Jede Armenunterstützung, welche zu früh, zu lange oder zu 
reichlich gewährt wird, verursacht nicht nur der Gemeinde unnöthige 
Kosten, sondern wirkt auch schädigend auf den Unterstützten sowie auf 
Dritte. 
Der Unterstützte, dem es zu leicht gemacht wird, aus öffentlichen 
Mitteln sich und seine Angehörigen zu unterhalten, verliert die 
Lust zur Arbeit und verkommt. Dritte aber, die in ähnlichen 
Verhältnissen stehen und noch bemüht waren, sich durch ehrliche 
Arbeit zu erhalten, werden ebenfalls der Arbeit müde, wenn sie 
sehen, daß man sich auch ohne Mühe durch Erlangen einer Unter— 
tützung behelfen kann. 
5. Strafbarkeit der Spieler, Trinker, 
Müßziggänger u. s. w. 
8. 
Personen, welche durch eigenes Verschulden in hülfsbedürftigen 
Zustand verfallen oder darin beharren, oder ihre Familie in Noth 
gerathen lassen, können bestraft werden. Das Reichsstrafgesetzbuch 
hestimmt hierüber im 8 361:
	        
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