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Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

Die Gründung der Societät im Jahre 1700. 
ist, um die Einrichtung der Societät durchzusetzen und die in der 
Generalinstruction gewährten allgemeinen Zusicherungen zu ver—⸗ 
wirklichen und fruchtbar zu machen, zeigen zwei merkwürdige Con⸗ 
cepte aus dieser Zeit, die im Akademischen Archiv aufbewahrt 
werden. Das eine ist zugleich ein Zeugniß der wunderbaren Um⸗ 
sicht, mit der er nichts außer Acht ließ und selbst das Kleinste im 
Auge behielt, aber auch der unvergleichlichen Thatkraft, mit der er 
eine Fülle von Angelegenheiten neben einander betrieb. Jenes ist 
eine Aufzeichnung, für Hrn. von Wedel oder den Staatsminister 
von Fuchs bestimmt, um die Angelegenheiten der Societät beim 
Kurfürsten in der richtigen Weise zum Vortrag zu bringen, dieses 
ist eine Übersicht über 63 Geschäfte, die er im Interesse der Societät 
bei seinem sich dem Ende zuneigenden Aufenthalt in Berlin zu 
erledigen habe. Die Übersicht zeigt deutlich, daß Leibniz weit 
davon entfernt war, die Societät auf das Kalenderwerk — sei es 
auch nur anfangs — zu beschränken; vielmehr sah er es als seine 
Präsidentenpflicht an, sofort Alles zu thun, was in seinen Kräften 
stand, um sie auf die breiteste Grundlage zu stellen und zu einer 
umfassenden Thätigkeit zu führen; als seine Präsidentenpflicht — 
denn am Tage nach der Stiftung hatte der Kurfürst das Diplom 
der Ernennung Leibnizens zum brandenburgischen Geh. Justizrath 
und zum Präses der Societät ausfertigen lassen. Die Ernennung 
legte ihm die Pflicht auf, die Geschäfte der Societät zu führen, 
„soweit seiner Herrschaft Zulassung gehet und mit Vorbehalt der 
Obliegenheit, womit er derselben verwandt“ — er blieb also 
hannoverscher Unterthan. Er solle zu dem Zweck so oft nach 
Berlin kommen, als „es seine jetzige Chargen und andere Geschäfte 
leiden mögen“, und „abwesend über die Objecte und Labores der 
Societät correspondiren, daß alles Vorfallende ordentlich abgehandelt 
und gründlich untersucht werde“ 
Schwierigkeiten hatte die Gehaltsfrage gemacht. Leibniz hatte 
ursprünglich 1000 Thlr. verlangt. Als man Bedenken trug, ihm 
diese zuzusichern, wünschte er, daß in dem Diplom überhaupt keine 
bestimmte Summe genannt, die genauere Feststellung vielmehr 
weiteren Verhandlungen überlassen würde. Diesem Wunsch wurde 
nach längeren zwischen von Wedel, Cuneau und ihm gepflogenen 
Verhandlungen entsprochen und endlich folgender Text für das 
Diplom festgestellt: „(Wir haben gnädigst resolvirt), ihm ein anständiges 
Tractament zu determiniren. und überdieß, neben Ersetzung der 
pro Publico zu Unseren und der Societät Zweck bereits ange—
	        
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