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Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

Das Meteorologische Institut. Editionen. 775 
girten der Akademieen und Gesellschaften der Wissenschaften zu 
Berlin, Göttingen, Leipzig, München und Wien gemeinsam geleitet. 
Auf einer Berliner Conferenz im October 1893 wurde der genauere 
Arbeitsplan aufgestellt und sodann von jenen Körperschaften ge— 
nehmigt. Am 26. Januar 1899 konnte der Delegirte unserer 
Akademie, Hr. Diels, mittheilen, daß der Abschluß der gesammten 
Verzettelungs- und Excerpirungsarbeit im Sommer dieses Jahres 
gesichert sei und nun die Redaction beginnen werde Als General— 
redactor wird Hr. F. Vollmer fungiren. Das gesammte Zettel—⸗ 
material soll zunächst in München vereinigt werden. Indem sich 
sämmtliche Akademieen deutscher Zunge zu dem Werke vereinigt 
haben, den Schatz der Sprache in abschließender Weise zusammen— 
zustellen, aus der und durch deren Vermittlung Deutschland seine 
Cultur empfangen hat, ist das Latein noch einmal zum Bande der 
Gemeinsamkeit geworden. 
Das Verfahren, welches man bei dem Thesaurus Linguae 
Latinae ausgebildet hat, ist bereits vorbildlich geworden für ein 
anderes Unternehmen, welches im Jahre 1897 in's Leben gerufen 
worden ist, die Herstellung eines Wörterbuchs der ägyptischen 
Sprache. Das Werk soll den gesammten Sprachschatz umfassen, 
den die in hieroglyphischer (bez. hieratischer) Schrift geschriebenen 
Texte bewahrt haben; die demotischen und koptischen Texte sollen 
dagegen nur so weit herangezogen werden, als es die Erklärung 
hieroglyphisch geschriebener Worte verlangt. Die Dauer der Arbeit 
bis zum Beginn des Drucks ist auf etwa elf Jahre berechnet. Die 
Aufsicht über das Unternehmen wird von der Berliner und Münchener 
Akademie und den Königlichen Gesellschaften der Wissenschaften zu 
Göttingen und Leipzig geführt; die Leitung liegt in den Händen 
einer Commission, für welche die genannten Körperschaften je ein 
Mitglied gewählt haben. Am 26. Januar 1899 berichtete Hr. 
Erman der Akademie, daß dreizehn Mitarbeiter thätig seien, das 
Unternehmen rüstig gefördert werde und daß namentlich vollständige 
Abklatsche und Photographieen der sogenannten Pyramidentexte 
der Güte des Hrn. Heintze verdankt werden. „Unser Werk wird 
die ältesten Denkmäler der ägyptischen Sprache, die seine wichtigste 
Brundlage bilden, in völlig gesicherter Gestalt benutzen können.“ 
Die Luther-Commission — die Akademie ist in ihr durch 
zwei Mitglieder, zur Zeit die HH. Weinhold und Harnack, ver— 
treten — hat seit dem Jahre 1888, in welchem der erste Band er—⸗ 
schienen ist, dreizehn weitere Bände der Werke Luther's folgen lassen.
	        
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