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Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

Philologen: Meineke, Zumpt. 
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Buttmann, Böckh, Bekker und Meineke waren Gräcisten; die 
Beschäftigung mit der lateinischen Litteratur war für sie nur ein 
Parergon. Aber Lachmann hat den lateinischen Dichtern sein be— 
sonderes Studium gewidmet, und neben ihm stand seit 1835 als 
Vertreter der lateinischen Grammatik und der römischen Alterthums— 
kunde Karl Gottlieb Timotheus] Zumpt (geb. 20. März 1792 zu 
Berlin, gest. 26. 1258.2) Juni 1849) in der Akademie. An Be— 
deutung kann er sich mit jenen Philologen nicht messen; aber seine 
zuerst im Jahre 1818, dann in mehreren bereicherten Auflagen er— 
schienene „Lateinische Grammatik“ hat die weiteste Verbreitung er— 
langt und vierzig Jahre den Schulbetrieb beherrscht. Eben weil 
sie sich auf die Darstellung des Sprachgebrauchs der klassischen 
Prosa beschränkte, eroberte sie sich die Schule und verdrängte die 
älteren Lehrbücher. Der Akademie hat Zumpt grammatische 
Untersuchungen nicht vorgelegt, sondern ausschließlich über The— 
mata aus dem Gebiet der Antiquitäten gelesen. Unter seinen Ab— 
handlungen sind zwei hervorzuheben: „über den Stand der Be— 
völkerung und die Volksvermehrung im Alterthum“ (1840) und 
„Uber den Bestand der philosophischen Schulen in Athen und die 
Succession der Scholarchen“ (1842). Trotz seiner Beschäftigung 
mit den Alterthümern hat er die Bedeutung einer vollständigen, 
guf Autopsie zu gründenden Sammlung der lateinischen Inschriften 
nicht zu schätzen gewußt und die Gelehrten, die sie betrieben, zu 
hemmen versucht. 
Der Mann, dem die wissenschaftliche Welt es verdankt, daß 
die Akademie den Plan Mommsen's sich zu eigen gemacht und das 
Corpus Inscriptionum Latinarum unter ihre Auspicien genommen 
hat, ist der Archäolöge Eduard Gerhard gewesen. 
Die Kunstarchäologie hat zuerst Hirt (gest. 29. Juni 1837) in 
den Kreis der akademischen Disciplinen eingeführt. Dann haben 
Wilhelm Uhden, der Freund Wilhelm von Humboldt's (gest. 21. Ja— 
nuar 1835), und C. Levezow (geb. 3. September 1770 in Stettin, 
gest. 13. October 1835) diese Studien fortgesetzt. Levezow war 
im Jahre 1828 bei Gründung des Museums als Vorstand des 
Antiquariums angestellt worden und hat sich durch sein „Ver—⸗ 
zeichniß der Denkmäler im Königlichen Antiquarium zu Berlin“ 
(1834), sowie durch eine Reihe von kunstarchäologischen Abhand— 
lungen einen Namen gemacht. „Aber ihm fehlte eine umfassen— 
dere Kenntniß der Denkmäler: außer in Berlin und Dresden hat 
er keine Originale gesehen.“ Einen wirklichen Fortschritt konnte
	        
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