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Viertes Buch. Geschichte der königlich preußischen Akademie der Wissenschaften nach ihrer Reorganisation unter Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. (1812-1859) Erstes Capitel. Die Geschichte der Akademie von ihrer Reorganisation bis zum Tode Friedrich Wilhelm's III. (1812-1840)

Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

Das neue Statut (1838). 
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Hufeland (gest. 25. August 1836) und Hirt (gest. 29. Juni 1837) 
starben, bevor das neue Statut in Kraft getreten war. 
Die dreizehn neuen Mitglieder, die in den sechs letzten Jahren 
der Regierung Friedrich Wilhelm's III. gewählt worden sind, 
haben die Akademie durch die Mannigfaltigkeit der wissenschaftlichen 
Interessen, die sie vertraten, in besonderem Maaße bereichert. Das 
gilt besonders von der physikalisch-mathematischen Klasse. In 
Steiner (1834) erhielt sie den größten Geometer des Zeitalters; 
durch die Aufnahme der drei Physiker Dove (1837), Poggendorff 
8830) und Magnus (1840) wurde das Fach der Physik, das 
bisher nur der alternde Etman— vertreten hatte, vielseitig und 
glänzend besetzt. In Johannes Müller (1834) wurde ihr der 
Biologe zugeführt, dessen Arbeiten eine neue Epoche der Anatomie 
und Physiologie begründen und der von den ausgezeichnetsten 
Naturforfschern und Medicinern unseres Zeitalters als der große 
Lehrer verehrt wird; in H. Rose (1834) erhielt sie einen Chemiker 
und Mineralogen ersten Ranges. Aber sie hat sich in jenen 
Jahren noch durch zwei Gelehrte verstärkt, die auch der anderen 
Llasse erwünscht sein mußten — Chamisso (1835) und Olfers 
1837). Chamisso, der Dichter, Botaniker und Sprachforscher, 
hat der Akademie leider nur drei Jahre (f 1838) angehört; ein 
früher Tod raffte den von Allen geliebten Mann hinweg. Die 
Akademie besitzt in ihren Abhandlungen nur eine Studie von 
ihm „Über die Hawaiische Sprache“ (18037, S. Iff.). Olfers, 
ursprünglich Diplomat und Naturforscher zugleich — er war als 
Legationssecretär und Gesandter zweimal in Brasilien gewesen 
(1816, 1826/28) und hatte dort auch zoologische Studien ge— 
trieben; an den Höfen von Lissabon und Neapel war er wohl— 
bekannt und 1831,35 in der Schweiz als Geschäftsträger thätig 
— war nach seiner Rückkehr von der Akademie als Zoologe auf— 
genommen worden. Aber bald darauf übertrug ihm der König 
die Stelle eines Generaldirectors der Königlichen Museen als 
Nachfolger des Grafen Brühl. „Vermöge seiner vielseitigen Bildung 
und praktischen Geschäftsführung gelang es ihm, in der dreißig— 
jährigen Zeit seiner Amtsführung in allen Kunstangelegenheiten 
das volle Vertrauen seines königlichen Herrn sich zu erwerben 
und die Entwicklung der Museen und ihrer Sammlungen wesentlich 
zu fördern“. Die Bebauung der „Museumsinsel“ ist vornehmlich 
sein Werk, und außerdem verdankt ihm namentlich die Kupferstich— 
sammlung und die große Sammlung von Gipsabgüssen (besonders
	        
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