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Viertes Buch. Geschichte der königlich preußischen Akademie der Wissenschaften nach ihrer Reorganisation unter Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. (1812-1859) Erstes Capitel. Die Geschichte der Akademie von ihrer Reorganisation bis zum Tode Friedrich Wilhelm's III. (1812-1840)

Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

570 Geschichte der Akademie unter Friedrich Wilhelm III. (1812 -1840). 
lande entrissen. Damit war dem Conflict der Klassen die Wurzel 
abgeschnitten; aber den Einsichtigen mußte es schmerzlich sein, daß 
es zu Hegel's Aufnahme in die Akademie nicht mehr gekommen 
war. Die Spannung der Klassen löste sich übrigens nicht sofort. 
Als die physikalisch-mathematische Klasse am 17. November 1831 
ihren seit dem Januar zurückgestellten Wahlvorschlag wieder auf— 
nahm, erklärte die andere Klasse unter Schleiermacher's Führung 
schriftlich: „1. daß sie darauf beharren müsse, es sei unangemessen, 
in der gegenwärtigen Lage der Dinge ordentliche Mitglieder zu 
wählen, daß sie 2. vielmehr darauf antrage, die Akademie möge 
den Hrn. Minister auf's dringendste bitten, sich über die Vorschläge 
der Klasse betreffend eine Trennung beider Klassen in Beziehung 
auf die Wahlen und die Fonds definitiv zu erklären, 3. daß aber, 
wenn statt dessen die Wahlversammlung dennoch, wie beschlossen, 
ausgeschrieben werde, die Klasse sich gemüßigt finde, bei dem Hrn. 
Minister die dringendste Protestation gegen jeden Erfolg dieses Acts 
einzulegen“. 
Die Akademie beschloß auf dieses Schreiben hin (24. Novem⸗— 
ber 1831), die angesetzte Wahlversammlung einstweilen noch zu 
verschieben, dagegen den Klassen aufzutragen, bis zur nächsten 
Plenarsitzung eine Commission aus sechs Mitgliedern (die 4 Secre⸗ 
tare und 2 gewählte Mitglieder) zu ernennen, welche von den 
Klassen so weit als bevollmächtigt angesehen werden solle, daß 
ihre Beschlüsse nicht mehr an diese zurückgingen, sondern sofort 
dem Plenum vorgelegt würden; die Commission soll allein zum 
Zweck haben, die bestehenden Differenzen, wenn möglich, auszu— 
gleichen. 
Diese aus Erman, Encke, Schleiermacher, Wilken und den 
gewählten Mitgliedern Buch und Böckh bestehende Commission 
trat am 12. December zusammen. Im Namen ihrer Klasse erklärten 
Schleiermacher, Wilken und Böckh, die Klasse fühle das Bedürf⸗— 
niß, sich zu verstärken und habe sich bereits über sechs neue Mit— 
glieder (unter ihnen H. Ritter) geeinigt. „Der Ausfall der letzten 
Wahlversammlung indessen habe die Besorgniß bei der Klasse ge— 
weckt, als liege in der bisherigen geringeren Anzahl der Mitglieder 
der philosophisch-historischen Klasse im Vergleich mit der physi— 
kalisch-mathematischen ein Hinderniß, welches jeder Vermehrung 
der philosophisch-historischen Klasse für die Zukunft sich in den 
Weg stellen würde, und diese Besorgniß habe den Wunsch einer 
theilweisen Trennung hervorgerufen; die Klasse wünsche deshalb.
	        
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