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Viertes Buch. Geschichte der königlich preußischen Akademie der Wissenschaften nach ihrer Reorganisation unter Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. (1812-1859) Erstes Capitel. Die Geschichte der Akademie von ihrer Reorganisation bis zum Tode Friedrich Wilhelm's III. (1812-1840)

Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

Ehrenberg's Reise (1820 1826). 
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steinige Arabien und neuerlich durch Syrien die Absicht der 
Akademie zu erfüllen sich bestrebt und in der That durch die Ge— 
nauigkeit und Gruͤndlichkeit der Beobachtungen, durch die Reich— 
haltigkeit ihrer mit bewunderungswürdigem Fleiße zusammen— 
getragenen Sammlungen naturhistorischer Gegenstände und durch 
ihre aufmerksame Beachtung aller Rücksichten, in welchen die von 
ihnen bereisten Länder dem herrschenden Geist tieferer Forschung 
nur irgend noch belangreiche Thatsachen darbieten können, die 
nicht geringen Erwartungen der Akademie noch um Vieles über— 
troffen. Diese unverkennbare Thätigkeit hat nicht nur die Akademie 
beranlaßt, im Jahre 1823 noch eine Summe zur Fortsetzung 
ihres Unternehmens herzugeben, sondern auch den Erfolg gehabt, 
daß Se. Maj. der König noch ansehnlichere Summen zu dessen 
Vollendung zu bewilligen geruht haben. Sie werden das Jahr 
1825 in Abessinien zubringen und in dem folgenden hoffentlich 
mit einem sehr reichen Schatz wichtiger Wahrnehmungen und Er— 
fahrungen zu uns zurückkehren. Es sind bis jetzt 85 große Kisten in 
neun Sendungen von diesen fleißigen Sammlern nach Berlin be— 
fördert worden und sämmtlich wohlbehalten hier angekommen. 
Sie enthielten dem größten Theil nach zoologische Gegenstände 
und zwar aus allen Klassen des Thierreichs in gleichmäßigem 
Reichthum, ohne daß eine mit besonderer Vorliebe behandelt oder 
vernachlässigt wäre. Zwar an Volumen geringer, aber nicht 
weniger bedeutend sind die Sammlungen von getrockneten Pflanzen, 
Hölzern, Früchten und Sämereien. Was sich von merkwürdigen 
Fosfilien und Gebirgsarten gefunden hat, ist ebenfalls sorgfältig 
gesammelt und übersandt worden; auch fehlt es nicht an Proben 
von den Waffen, Kleidern und Werkzeugen der nordafrikanischen 
Völker. Außerdem hatten sie Gelegenheit gefunden, einige seltene 
arabische Handschriften zu erkaufen, und es war Hoffnung vor—⸗ 
handen, gegen die Zeit der Rückkehr deren noch mehrere zu er— 
werben.“ 
Diese Ehrenberg'sche Reise war durch ihre Ergebnisse von 
hoher Bedeutung für die Akademie. Zwar besaß sie in ihrem 
Mitgliede Alexander von Humboldt den berühmtesten Reisenden 
des Zeitalters, aber er weilte noch immer in Paris. Auch der 
Zoologe Lichtenstein hatte einst Südafrika bereist, aber die Aus— 
beute, die Ehrenberg mitbrachte, übertraf das, was Jener er— 
arbeitet hatte, weit. Über 4000 Arten Thiere in 34 000 Indi— 
viduen — denn Ehrenberg war stets darauf bedacht gewesen,
	        
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