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Viertes Buch. Geschichte der königlich preußischen Akademie der Wissenschaften nach ihrer Reorganisation unter Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. (1812-1859) Erstes Capitel. Die Geschichte der Akademie von ihrer Reorganisation bis zum Tode Friedrich Wilhelm's III. (1812-1840)

Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

522 Gecschichte der Akademie unter Friedrich Wilhelm III. (1812 1840). 
„Der botanische Garten gehört zur Akademie der Wissen⸗ 
schaften. Er wird sehr gerühmt, aber sein Etat, seit er sich so 
vermehrt hat, ist zu klein. Ein Entwurf zu einem neuen Etat ist 
bereits eingereicht. Die Anwendung für den Universitätsunterricht 
war bisher eine Nebensache; da sie aber zum Schaden der Anstalt 
leicht Hauptsache werden könnte, so ist beschlossen worden, den an—⸗ 
gekauften danebenliegenden Garten zu diesen Zwecken anzuwenden. 
Das Willdenow'sche Herbarium ist dem Contract nach für die 
hiesigen wissenschaftlichen Anstalten überhaupt angekauft; in einem 
Ministerialrescript ist es als zur Universität gehörig bezeichnet. 
Aber mir scheint es nach seinem Wesen zur Akademie gehörig. 
Man muß darüber dem Minister Vorstellungen machen.“ 
Link kommt zu dem Ergebniß, die Akademie müsse für die 
außerordentlichen Unternehmungen einen vermehrten Etat haben. 
„Wenngleich in solchen Untersuchungen nicht die ganze Wirksamkeit 
der Akademie bestehen kann, so können sie doch von größtem Nutzen 
für die Wissenschaft sein. Die historisch-philologische Klasse hat 
viele dergleichen mit Glück unternommen, z. B. das Inseriptionen⸗ 
Werk, die Reisen des Hrn. Bekker u. s. w. Die mathematische 
hat einen Beobachter der Sonnenfinsterniß von 1816 ausgesendet; 
die physikalische hat dergleichen nicht unternommen, weil sie nicht 
weiß, wo sie anfangen und wo sie aufhören soll, und weil ihre 
Unternehmungen so kostbar sein werden, daß bald das Geld dazu 
ermangeln müßte. Das Ministerium hat die Erwerbungen für das 
zoologische und anatomische Museum, für den botanischen Garten 
und für die Mineraliensammlung vom Kap und aus Brasilien aus 
anderen Mitteln bezahlt, und die Thätigkeit einzelner Mitglieder 
ist dadurch ganz beschäftigt. Daher konnte die physikalische Klasse 
nicht für eine Ansicht gewonnen werden, welche auf Unternehmun— 
gen der Art einen größeren Werth als Unternehmungen der Aka— 
demie setzte. Die Mitglieder der physikalischen Klasse sind zum 
Theil täglich damit beschäftigt, Verbindungen in fernen Gegenden 
sich zu verschaffen und zu erhalten und müssen oft genug das 
Ministerium um Unterstützung bitten, welche ein wohlwollender 
Minister gern gewährt, wenn es möglich ist. Auch sind die meisten 
dieser Mitglieder mit Adjuncten unter mannigfaltigen Titeln um— 
geben, daß sie auf anzustellende Adjuncten der Akademie nicht 
rechnen. Der akademische Fonds wird nie hinreichen für diese Be— 
dürfnisse der Klasse, die aber nicht als solche allein, sondern auch 
als Bedürfnisse der Universität anzusehen sind. Die Lage der
	        
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