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Drittes Buch. Geschichte der Umwandlung der Académie des Sciences et Belles-Lettres in eine deutsche Akademie unter Friedrich Wilhelm II. und Friedrich Wilhelm III. (1786-1812) Zweites Capitel. Die Geschichte der Akademie in den ersten Jahren Friedrich Wilhelm's III. Ihre definitive Reorganisation durch die Brüder Humboldt und Niebuhr (1797-1812)

Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

A. von Humboldi's Thätigkeit. Goethe wird auswärtiges Mitglied. 407 
Zosga ꝛc. fehlen noch.“ Einzelne auszuwählen, ist schwierig. 
Man muß auf eine allgemeine neue Organisation denken. Die 
gegenwärtige Zahl der auswärtigen Mitglieder (58) ist im Ver⸗ 
hältniß zu anderen Akademieen klein; außerdem gehört nur die 
Hälfte von ihnen wirklich in die Akademie, die anderen sind unbe— 
deutend; in Wahrheit sind also 30 Stellen frei. Er stellt nun eine 
Liste von 58 Naturforschern und 7 berühmten Männern (Goethe, 
Visconti, Zosga, Marini, Schneider, Voß, Jacobi) zusammen, 
schlägt vor, sie sämmtlich auf einmal aufzunehmen, zugleich aber 
öffentlich zu erklären, neue auswärtige Mitglieder würden erst dann 
wieder gewählt werden, wenn die Zahl auf sei es 60, 70 oder 80 
zusammengeschmolzen sei. Der Aufsatz schließt mit den Worten: 
„Eine deutsche Akademie sollte hauptsächlich sich durch Beigesellung 
derer ehren, welche dem deutschen Namen einen unvergänglichen Ruhm 
derschaffen. ... Die Namen Harding, Olbers, Werner, Sömmering, 
Pallas, Gauß, Voß, Goethe und Schreber sind jedem werth, der sein 
Vaterland ehrt. Eben dadurch, daß ich so viele zugleich vorschlage, 
glaube ich dem Verdachte zu entgehen, daß diese Blätter aus persönlichen 
RKücksichten geschrieben sind. Was ich wünsche, ist, eine mögliche Sache 
aufzuregen und zu zeigen, daß man einen allgemeinen Entschluß 
fassen muß.“ 
Dieser Aufsatz Alexander von Humboldt's ist der erste in einer 
Reihe verwandter, in denen er für eine Reorganisation der Akademie 
thätig gewesen ist und seinem Bruder Wilhelm vorgearbeitet hat. 
Noch bevor das Schriftstück bei den Mitgliedern eirculirte, hatten 
die mündlichen Anregungen Humboldt's, in denen vor allem Goethe 
genannt war, einige Akademiker zu Vorschlägen veranlaßt. Am 
15. Juli reichte Hirt beim Directorium einen Antrag ein, fünf 
neue auswärtige Mitglieder (sämmtlich für die philologisch-litterarische 
Klasse) zu wählen. An der Spitze steht Hr. Wolfgang von Goethe; 
es folgen Zosga, Voß, Heeren und Visconti. Motiv: „Ihre Werke 
machen in den Annalen der Gelehrtenrepublik Epoche“. Gleich— 
zeitig schlug Gerhard die HH. Cuvier und Banks vor; Andere 
nannten Andere, Ancillon jun. Jacobi in München und Wilhelm 
von Humboldt. Die Directoren — es war die alte Garde Borgstede, 
Gerhard sfür Achard], Bernoulli, Castillon und Merian — wollten 
so viele nicht auf einmal sehen. Es wurde der litterarischen Klasse 
bedeutet, daß sie sich auf zwei Vorschläge beschränken müsse. Unter 
Protesten fügte sie sich. Es kam nun auf die Auswahl unter 
zahlreichen Namen an. Alle haben Goethe an die Spitze gestellt. 
Erman ßen. nannte ihn und Heeren, Hirt ihn und Zosga, Johannes
	        
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