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Zweites Buch. Geschichte der Académie Royale des Sciences et Belles Lettres Friedrich's des Großen (1740-1786) Erstes Capitel. Die Reorganisation der Societät und ihre Vereinigung mit der "Nouvelle Société Littéraire" (1740-1746): Die Académie Royale des Sciences et Belles Lettres

Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

226 Geschichte der Akademie unter Friedrich dem Großen (1740 -1746). 
ꝛelle des deniers de l'Académie, à laquelle je voudrais bien n'avoir 
ꝛucune part. Je suis, ete. 
Friedrich war entschlossen, alle Wünsche Maupertuis' zu er⸗ 
füllen. Bereits am 1. Februar ließ er ihm die Bestallung als 
beständigem Präsidenten zugehen; aber noch blieb das Verhältniß 
des Präsidenten zu den Curatoren unklar. Das Directorium der 
Akademie hatte schon vor der förmlichen Bestallung Maupertuis' 
am 6. December 1745 verhandelt, wie man den künftigen Präsi⸗ 
denten aufzunehmen habe. Daß auch für die Discussion in den 
Sitzungen nunmehr nur das Französische, höchstens noch das 
Lateinische, zulässig sei, da der Präsident kein Deutsch verstand, 
war klar. Als nun seine Ernennung eintraf, als man merkte, daß 
der König Alles durch ihn bei der Akademie zu betreiben ent⸗ 
schlossen war, als man den Enthusiasmus fühlte, mit dem Friedrich 
dem großen Gelehrten anhing, da erklärten die Curatoren von Arnim, 
von Viereck und Borcke ihr Amt niederlegen zu wollen (19. März) 
Schmettau, der in diesen Monaten wieder die Geschäfte führte, 
wandte ein, er könne nicht allein diesem Werke vorstehen; auch 
genüge es nicht, den Rücktritt im Protokoll zu verzeichnen; sie 
müßten ihren Abschied beim Könige einreichen. Allein Arnim 
erwiderte, er habe das Amt nur auf Probe übernommen; Viereck 
erklärte, nicht der König, sondern die Commission habe sie zu 
Curatoren ernannt, und Borcke antwortete, er wolle seine drei 
Monate noch abdienen, damit es nicht an einem Curator fehle, aber 
auf längere Zeit engagire er sich nicht. Man kann es den hohen 
Herren nicht verdenken, daß sie ihre Mitwirkung versagten — es 
war etwas Unerhörtes, daß ein Gelehrter, und dazu ein Ausländer, 
über den höchsten Staatsbeamten stehen sollte; ihnen war das 
Präsidium anvertraut worden, und sie sollten es plötzlich verlieren! 
Aber der König ließ sich nicht beirren. Er verlangte, daß die 
Curatoren blieben — nur von Viereck, der frühere Protector der 
Societät, schied aus —, und er war zugleich entschlossen, die Ge⸗ 
walt, die er Maupertuis übertragen hatte, in den Statuten zum 
Ausdruck zu bringen und ihm auch (obgleich er sich anfangs 
geweigert hatte, sich mit den finanziellen Fragen zu befassen) das 
ausschließliche Recht, Pensionen zu verleihen, zu übertragen. Zu 
diesem letzten Schritt veranlaßten ihn vor allem ärgerliche 
Verhandlungen, die noch immer über Naudé's erledigtes Ge— 
halt geführt wurden, ob es Gleditsch oder Marggraf beziehen 
solle.
	        
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