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Erstes Buch. Geschichte der Brandenburgischen (k. preußischen) Societät der Wissenschaften unter Friedrich I. und Friedrich Wilhelm I. (1700-1740) Viertes Capitel. Fortsetzung: Geschichte der Societät der Wissenschaften unter Friedrich Wilhelm I.

Full text: Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin / Harnack, Adolf von (Public Domain)

Der Etat der Societät. Neue Auflagen. 
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erhielt die Societät zwei Schreiben der Amtskammer, nach denen 
der König verfügt hatte, sie solle die ausländischen Pflanzen in 
den Gewächshäusern zu Oranienburg und Alt-Landsberg abholen 
lassen und in Zukunft für sie Sorge tragen, die dortigen Gärtner 
würden kein Holz mehr zur Heizung der Orangerien erhalten. 
Die Societät reichte diesen Zumuthungen gegenüber dem 
Minister eine ausführliche Eingabe ein (23. December 1719), wies 
auf ihre zahlreichen Aufgaben, die alle kümmerlich vorbereitet seien, 
und auf die königlichen Zusicherungen vom 15. Mai, 14. August 
und 20. November 1717 hin und erklärte, daß die Gerüchte über 
ihren Reichthum aus „übelgesinnten und heimtückischen Absichten“ 
entsprungen seien. Um ihnen zu begegnen, legt sie ihrem Schreiben 
eine übersicht über Einnahme und Ausgabe für die Jahre 1717 
und 1718 bei. Diese ergiebt, daß sie bei einem jährlichen Etat von 
etwa 6100 Thlrn. im Jahre 1717 ein Minus von 83 Thlrn., im 
Jahre 1718 ein Plus von 666 Thlrn. gehabt hat. Nicht näher 
specialisirt ist der Posten „Besoldungen“, der im Jahre 1717 2000, 
im Jahre 1718 1548 Thlr. betragen hat. Doch wird ausdrücklich 
bemerkt, daß für 1718 noch 260 Thlr. Besoldungen rückständig 
seien, und 16—1700 Thlr. fixirte Besoldungen kann man nach den 
Acten sicher ausrechnen. 
Die Eingabe fruchtete nichts. Als die Societät zwei Jahre 
später (21. October 1721) um Wiederholung des Kalenderprivilegs 
bat, rechnete sie dem Könige vor, daß sie an ordentlichen Auflagen 
1036 Thlr. zu zahlen habe und ihr außerdem die Unterhaltung der 
Gewächse im Apothekergarten und andere extraordinäre Lasten oblägen. 
Durch Nachdrucke und durch die Einschleppung fremder Kalender, 
ferner durch säumige Buchhändler, die die von ihnen vertriebenen 
Kalender nicht bezahlten, erlitt die Societät empfindliche Verluste. 
Sie trug deshalb wiederholt auf Einschärfung ihres Privilegs an. 
Endlich im December 1723 theilte ihr Gundling im Auftrag des 
Königs mit, das Privileg werde erneuert werden. Wirklich erschien 
das königliche Ausschreiben am 14. December 1723. Jener Brief 
Gundling's an den Vieepräsidenten ist auch sonst von Wichtigkeit. 
Er zeigt, daß der König — durch den Chirurgen Holzendorff 
bestimmt — zeitweilig ein freundlicheres Urtheil über die Societät 
gewonnen hatte, und daß man allen Ernstes damit umging, ein 
chemisches Laboratorium nebst Auditorium zu bauen. Der König, 
heißt es, habe beschlossen, das medicinische und physikalische De— 
vartement zu erweitern. 
Geschichte der Akabemie. I.
	        
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