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Zur Geschichte des Schindlerschen Waisenhauses

Full text: Schindlerianer-Album (Public Domain)

Unter seinem Nachfolger Karl Wilhelm Kläden, der von 
1827 ab zunächst 12 Jahre als Lehrer und dann weitere 28 Jahre 
(1839—67) als Inspektor an der Anstalt tätig war, hatte das 
Schindlersche Waisenhaus eine GHanzzeit. Er war gleich aus- 
gezeichnet als Erzieher wie als Lehrer und erhielt die Schule des 
Hauses auf solcher Höhe, dass den unter ihm zum grauen Kloster 
antlassenen Schindlerianern stets der Ruf vorzüglicher Vor- 
bereitung vorausging. Auch war ihm das Glück beschieden, an den 
im Hause wohnenden Kuratoren Bischof Ross und Konsistorialrat 
Pischun die verständnisvollsten Mithelfer und Freunde zu haben. 
Was er seinen Kindern — denn das waren ihm, dem Kinderlosen, 
seine Zöglinge — als Lehrer, als Erzieher und nicht zum 
wenigsten als Freund während ihres ganzen späteren Lebens 
gewesen ist, dafür sind beredte Zeugen die bei dem Namen 
Kläden aufleuchtenden Augen und die dankerfüllten Herzen 
seiner ehemaligen Pfleglinge sowie die Tatsache, dass sie bald 
nach seinem Tode ihm auf seinem (irabe auf dem alten Nicolai- 
Kirchhof ein Denkmal errichteten und sich zu einem Vereine 
zusammenschlossen, der seinen Namen trägt und in seinem 
Sinne an den ins Leben tretenden Schindlerianern weiter zu 
wirken bezweckt. Übrigens wurde auch die hundertste Wieder- 
kehr seines Geburtstages am 31. Mai 1902 von seinen ehemaligen 
Zöglingen festlich begangen und dabei die Anbringung einer 
Gedenktafel an seinem (Geburtshause, dem Arcihdiakonat zu 
Seehausen i. d. Altmark beschlossen, die am selben Tage des 
folgenden Jahres unter Beteiligung der dortigen städtischen und 
kirchlichen Behörden zur Ausführung gelangte. Vollständiger 
als es hier geschehen konnte, ist dieses Mannes Persönlichkeit 
und Wirken von einem seiner Zöglinge, dem Pastor Maass, der 
jetzt als Emeritus in Potsdam lebt, in seiner ausführlichen 
Lebensbeschreibung Klädens gewürdigt worden. 
Nach dem am 17. September 1867 erfolgten Tode Klädens 
wurde Dr. Diesterweg, Zögling 1852—58 und seit 1865 bereits 
erster Lehrer am Hause, zum 1. Januar 1868 mit dem Amte 
des Inspektors betraut. Nach kurzer Wirksamkeit, in welche 
jedoch die tiefeingreifende Aufhebung der Anstaltsschule fällt, 
schied der ernste, gewissenhafte Mann, der sich bemühte, in 
Klädens Fusstapfen zu treten, am 1. Oktober 1872 wieder aus.
	        
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