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Full text: Causerien über Theater / Fontane, Theodor (Public Domain)

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diabolische Jesuit und endlich als Dritter im Bunde der 
gute alte Hofkriegsrat in Wien. Ich zähle persönlich 
zu jener beschränkten, nicht im Lichte der Aufklärung 
wandelnden Minorität, die weder an die Dummheit der 
Diplomaten noch an den Diabolismus der Jesuiten glaubt; 
ja, mehr noch, unter den vielen Schlagworten, die die 
Welt regieren, erscheinen mir diejenigen, die nach dieser 
Seite hin verbraucht werden, als die langweiligsten und 
ödesten; nichtsdestoweniger hat mir Josef Weilens Stück 
gefallen. 
Wichert. 
— 
Ein Schritt vom Wege. 
30. Oktober 1872. 
Zum ersten Male. 
An den Gestalten des Badearztes und Badekommissa— 
rius, der Rosette Hasenklein, Vorsteherin eines Damen— 
pensionats, und des Geheimen Registrators Schnepf hing 
Leben und Sterben, hing der Ausgang des Abends. 
Die letztgenannten beiden Rollen wurden durch Frau 
Frieb und Herrn Döring mit jener Meisterschaft ge— 
geben, die nur eine trübe Betrachtung aufkommen läßt, 
den Gedanken an Tage, da dies Zweigestirn an unserm 
Theaterhimmel nicht mehr leuchten wird. — Ihnen zu— 
nächst standen Herr Liedtcke und Fräulein Keßler als 
Arthur und Ella von Schmettwitz. Fräulein Keßler 
ist in solchen Rollen unbestritten sehr, anmutig: sie gibt 
das Leben, wie es ist, indem sie sich selber gibt. Die 
Kunst erheischt freilich noch ein weniges mehr, nicht Kopie,
	        
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