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Schriftstücke über Schlüters Wirken in Petersburg

Full text: Schlüters Wirken in Petersburg / Wallé, Peter (Public Domain)

Seite 378 Nr. 476. Vortrag im Senat mit Resolution desselben 
vom 8. Mai 1714. „Wegen Uebergabe der nothwendigen Materialien 
zum Bau der neuen Häuser auf der Insel Kotlin ist am 13. April Be- 
fehl an Schlüter ertheilt worden.“ 
Il. Aus einem Schreiben der Witwe Schlüter 
an die Kaiserin Katharina (1714). 
(Original im Staatsarchiv zu Moskau.) 
Ks hat mein gewesener Ehemann Andreas Schlüter, dafs grofse 
Glück gehabt, vor dem Jahre in Ew. Kaiserl. Maj. Dienst als Ober- 
oaudirector zu treten, und ist von Sr. Maj. vieler und grofßser Gnade 
mittler Zeit gewürdiget worden; dahero die Freude bei mir unbe- 
schreiblich gewesen: Allein, dals die Welt-Freude nicht lange be- 
ständig, habe ich auch in dem Fall leyder allzu früh erfahren müssen, 
indem mein hertzlich liebgewesener Ehemann, wie ich vernehme, in 
St. Petersburg ohnlängst Todes verblichen und alle meine Hoffnungen 
and Vergnügen mit sich in die Erde genommen. Weil nun, Aller 
Durchlauchtigste Kaiserin Aller Gnädigste Frau ich durch diesen 
Rifs mit meinen armen Kindern eine von den aller unglückseeligsten 
Frauen in der Welt geworden, indem mir mein Mann wegen aller- 
hand Fatalitäten keine Mittel hinterlassen, sondern noch zum Ueber- 
Aufs habe ich meine kostbaren Meublen um ein Spottgeld verkauft, 
und parat gestanden, alle Augenblick ihm nachzufolgen, und also fast 
von aller menschlichen Hülfe entblöfset lebe, so falle lhro Grolsz. 
Kaiserl. Majestät als meiner mir höchst angerühmten Aller Gnädigsten 
Kaiserin und Frauen in voller Demuth zu Füße, und bitte mit Thränen, 
dieselben wollen allergnädigst geruhen, Dero hochgeliebten Gemahl, 
les Zaaren Maj. dahin zu disponiren, dafs dieselben mich zu meinen 
ınd der meinigen Lebens-Unterhalt mit einer jährlichen Gnaden- 
Pension zu begnadigen geruhen möchten usw. 
Berlin, 23. Juni 1714. (unterz.) A. E. Schlüterin, 
Witwe. 
{V. Brief des Generallieutenants Bruce an den Cabinetssecretair 
des Zaren. 1714. (Uebers.) 
Mein Herr Alexei Wassiljewitsch! Bei Seiner Abreise aus 
Kronschlot zur Seecampagne hat Seine Majestät geruht mir zu be- 
fehlen, den nach dem verstorbenen Ober-Baudirector Schlüter nach- 
gebliebenen ausländischen Meistern Seiner Majestät Gage aus der 
Artillerieverwaltung auszuzahlen, bis zur Rückkunft Seiner Majestät, 
und auf diesen Befehl hin haben jene auch bis zum August dieses 
1714. Jahres ausgezahlt erhalten; jetzt aber höre ich, dafs sie wieder 
von hier abzureisen gedenken, daher bitte ich Sie, Seiner Majestät 
zütigst unterbreiten zu wollen, von wo bestimmt würde, die Gagen 
auszuzahlen; wieviel aber und wem, darüber folgt eine Liste. 
\Jebrigens verbleibe ich für immer Ihr unterthänigster Diener 
25. Sentember 1714. Jacob Bruce.
	        
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