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Full text: Die Städtische Taubstummenschule in Berlin / Gutzmann, Albert (Public Domain)

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Von den 621 Zöglingen der Anstalt hatten die. Taubstumm- 
heit erworben 318, bei 276 war sie angeblich angeboren, in 
27 Fällen war nicht angegeben, ob sie angeboren oder erworben 
worden. 
Die Krankheiten, aus welchen die Taubheit entstand, waren 
(nach Angabe der Eltern) Genickkrampf, Gehirnentzündung, T'yphus, 
Zahnkrämpfe, Scharlach, Masern, Kopfkrämpfe, Gehirnerschütterung, 
chronischer Katarrh, Pocken, Wassersucht, Fall, Unterleibs- 
entzündung, Erkältung, Nervenfieber, Fall auf den Hinterkopf, 
Drüsen, gastrisch-nervöses Fieber, Skrofeln, Ausschlag, Krämpfe, 
Schlaganfall, Rachenbräune, Lähmung, Diphtheritis, chronischer 
Ohrenkatarrh, Schreck beim Fall ins Wasser, Knochenmark- 
entzündung, Influenza, Stickhusten, allgemeine Schwäche, Nieren- 
entzündung, chronische Mittelohrentzündung. Wie stark die 
Erblichkeit der Taubstummheit auch in der diesseitigen Anstalt 
sich ausweist, zeigt die Thatsache, dass zur Zeit 11 Kinder die- 
selbe besuchen, welche taubstumme Eltern haben, also 7?/, pCt. 
aller Schüler. 
An Gehörgraden war konstatiert in 430 Fällen totale Taub- 
heit, in 72. Fällen Schallgehör, in 77 Fällen Vokalgehör, in 
42 Fällen Wortgehör bezw. Sprache am Ohr. Sprache bezw. 
Sprachreste hatten bei der Aufnahme noch gehabt 110. 
Seit vielen Jahren schon werden in der städtischen Taub- 
stummenschule in allen Klassen Schülerverzeichnisse mit Angabe 
des Gehörgrades bei jedem einzelnen Kinde geführt, welche aus- 
hängen. Diese haben den Zweck, die bei der Aufnahme 
registrierten Hörreste im weiteren zu Kontrollieren und die 
Notizen darüber event. zu berichtigen und die Lehrer gleichzeitig 
darüber zu informieren, bei welchen Kindern sie noch Gehör 
benutzen und üben können. In der städtischen Taub- 
stummenschule sind Hörreste stets benutzt und geübt 
worden, Diese Schülerverzeichnisse gehen mit den Schülern mit 
durch alle Klassen. Es sei hier das Schülerverzeichnis der 
IV. Klasse gegeben:
	        
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