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Pergamon

Full text: Führer durch das Pergamon-Museum (Public Domain)

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Gigantomachie. Ostseite 
heiten her. Mit kurzem flatternden Mantel bekleidet, tritt 
sie mit dem linken Fufßse auf das Schlangenbein eines 
Giganten, den sie mit der Linken am Haar zurückgerissen 
zu haben scheint, während sie ihn mit dem Schwerte in 
der Rechten niederzustofsen im Begriffe ist. Sie wird 
unterstützt von einem Hunde der gleichen Rasse wie die 
beiden, welche jenseits der Ecke neben der Hekate und 
der Artemis am Kampfe teilnehmen. Die eine Schlange 
des Giganten richtet sich hoch auf, vermutlich nach einem 
Adler, der mit ihr kämpfte. 
An der Ostseite sind zunächst die verwandtschaftlich 
eng untereinander verbundenen, zur Zahl der großen olym- 
pischen Götter gehörigen Lichtgottheiten im Kampfe gegen 
die Söhne der Erde vereinigt. In der ersten Gruppe un- 
mittelbar neben der Südostecke erhebt ein in der Ueber- 
lieferung Kliytios genannter Gigant, dessen trefflich er- 
haltener Kopf besondere Beachtung verdient, mit beiden 
Armen über dem Kopfe einen Felsblock, um sich gegen 
die ihn bedrohende Göttin zu verteidigen, gegen welche 
auch seine Schlangen sich richten, während ihr Hund ihn 
in den Schenkel beißt. Die Göttin ist Hekate, die drei- 
gestaltig gebildet zu werden pflegte; sie ist es auch hier, 
doch decken sich dıe drei Gestalten so, dafs von der hinter- 
sten nur der Hinterkopf und von der mittleren das Gesicht, 
dessen oberer Teil mit Eisenstiften besonders angesetzt 
war, sichtbar ist, außerdem die drei rechten Arme mit 
Fackel, Schwert und Lanze sowie zwei linke mit Schild 
und Schwertscheide. 
Die zweite Gruppe zeigt einen jugendlich schönen 
Giganten, der wahrscheinlich Otos zu benennen ist, mit 
Helm und fein verziertem Schilde. Er zückte in der 
Rechten das Schwert gegen die jungfräuliche Göttin Ar- 
temis, um die einst Otos, der Sage nach, zu freien gewagt 
hatte. Sie tritt mit dem rechten Fuße auf die Brust eines 
lang hingestreckt an der Erde liegenden, menschlich ge- 
bildeten Giganten, dessen schlaffe linke Hand von be- 
sonderer Schönheit ist, und ist eben im Begriffe, den Bogen 
auf ihren Gegner ahzuschießen, indem sie den linken Arm 
mit dem Bogen weit fortstreckte und mit der Rechten die
	        
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