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Pergamon

Full text: Führer durch das Pergamon-Museum (Public Domain)

Pergamon. 
Pergamon liegt in Kleinasien, unweit der Westküste, 
28 Kilometer landeinwärts gegenüber der Insel Lesbos; es 
ist ungefähr gleich weit enfernt nach Süden hin von Smyrna, 
nach Norden hin von Troja. Die trojanische Akropolis, 
auf welcher Schliemann grub, heifst in der Sage ebenfalls 
Pergamon, »die Burg«, und ist nicht zu verwechseln mit 
unserem Pergamon, der Königsstadt, in welcher von der 
Mitte des dritten Jahrhunderts bis zum Jahre 133 v. Chr. 
das Geschlecht der Attaliden herrschte. 
Ungefähr 250 m über dem in der Thalebene gelegenen 
Hauptteil der heutigen Stadt Bergama auf der Kuppe eines 
nur von Süden zugänglichen, weithin das breite Thal des 
Kaikos beherrschenden Berges lag die in der älteren Ge- 
schichte kaum genannte befestigte Ansiedelung, in der einer 
der Nachfolger Alexanders des Grofsen, König Lysimachos, 
einen erheblichen Schatz unter der Obhut eines Söldner- 
führers Philetairos niederlegte. Diesem gelang es, in 
den Wirren der folgenden Kriegszeiten den Schatz zu 
wahren und sich zum selbständigen Herrn der Feste und 
des in ihr geborgenen Geldes zu machen, durch dessen 
geschickte Verwendung er und seine Nachfolger der jungen 
Dynastie zunächst weitgehenden Einflulfs und dann auch 
einen ausgedehnten Landbesitz zu erwerben wufsten. Auf 
Philetairos folgten seine beiden Brudersöhne Eumenes I. 
(263—241 v. Chr.) und Attalos I. 
Attalos I. (241—197 v. Chr.) begründete den Ruhm 
des Hauses durch seine Siege über die für unüberwindbar 
gehaltenen kleinasiatischen Gallierschwärme und seine erfolg- 
reichen Kämpfe gegen die syrische Königsmacht. Als 
äufßeres Zeichen der so auch kriegerisch gesicherten Macht- 
stellung nahm Attalos den Königstitel an, und durch große 
Denkmäler sorgte er für die Verewigung seiner Ruhmes- 
thaten. Die Reste der Postamente dieser »Schlachten-
	        
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