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Der Einheitsbau 8. Männer der Zeit

Full text: Der Berliner Lehrerverein / Pautsch, Otto (Public Domain)

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Der Vater hatte seinen Jüngsten für den landwirtschaft 
lichen Beruf bestimmt. Obgleich er als Knabe fleißig den 
Spuren Davids folgte, fehlte ihm doch jede innere Beziehung 
zu den Arbeiten eines Landwirtes. Zwar sonst an strengeD; 
kindlichen Gehorsam gewöhnt, kündigte er ihn in diesem 
Falle doch auf, und Vater Tews schätzte selbstdenkende 
Köpfe hinreichend, um auf die Dauer nicht hart zu bleiben. S 
vertauschte Johannes Tews die Dorfschule mit der Stadtschule 
in Dramburg. Hier ging ihm eine neue Welt auf, eine Welt 
kritischer Untersuchung der Dinge. Sein Lehrer, Rektor 
Schmidt in Dramburg, interessierte sich ganz besonders fül 
ihn. Er wollte ihn veranlassen, das Dramburger Gymnasium 
zu besuchen, aber in die väterlichen Mittel teilten sich 
6 Geschwister. So wurde. Johannes Tews Präparand in 
Dramburg. Der Kursus war mit der Stadtschule verbunden. 
Eine Unterbrechung erfuhren diese Jahre durch eine kurze 
Schulverweserschaft in Reselkow. In der Präparandenzeit 
schälte sich in Tews durch Lesen und die Anregung seines 
Rektors Schmidt der Kern der Weltanschauung heraus. 
die er heute in Wort und Schrift vertritt. Es gab manche 
Stunde des Ringens und der Zweifel. Johannes Tews kam 
aus einem Hause kindlich frommer Gläubigkeit. Sein Dram- 
burger Konfirmandenlehrer, der Superintendent Moehr, war dazu 
ein Mann, der es verstand, durch ein hervorragendes Lehr- 
geschick seine Schüler in die Kreise orthodoxer Lehr- und 
Glaubensformeln zu bannen. 
Mit 17 Jahren zog Johannes Tews auf das Dramburger 
Seminar. Es war wie die meisten seinesgleichen „notdürftig 
zulässig‘, wie wohl in älteren Lehramtszeugnissen steht. 
Tews tadelt aber nicht die Männer, die dort seine Lehrer 
waren, sondern das System, so daß er jenen, soweit sie dessen 
würdig sind, vollste Dankbarkeit bewahrt. hat. Zu seinen 
Seminarlehrern gehört auch der von Tews sehr geschätzte 
Rektor Reißmann-Magdeburg, der jetzige Vorsitzende des 
„Landesvereins preußischer Volksschullehrer“. Die erste 
Anstellung fand J. Tews in dem hinterpommerschen Städtchen 
Falkenburg. Das war insofern ein glücklicher Griff, als die 
Bürgerschaft nicht von dem sonst in kleinen Städten gang 
und gäben Kastengeist angekränkelt war. Gelegentlich des
	        
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