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Geschichte des Gymnasiums zu Spandau von 1853 bis 1903 IV. Das Gymnasium als Staatsanstalt seit 1. April 1890

Full text: Festschrift zur fünfzigjährigen Jubelfeier des Königlichen Gymnasiums zu Spandau (Public Domain)

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vorigen Jahrhunderts geäußert worden ist. Durch den Neubau eines Gymnasial—⸗ 
gebäudes würden die für eine Realschule nötigen Räume gewonnen, und es läge 
die Möglichkeit vor, die neue Realanstalt dem Gymnasium anzugliedern, wie 
es bereits in früheren Jahren geplant war. Dadurch würde einerseits das 
Gymnasium entlastet, anderseits denjenigen Schülern, welche nicht eine gelehrte 
Laufbahn einzuschlagen beabsichtigen, sondern sich eine höhere Ausbildung für 
einen praktischen Lebensberuf erwerben wollen, die Möglichkeit gegeben, dies 
hier in Spandau tun zu können, während sie jetzt auswärtige Anstalten auf— 
suchen müssen. 
Blicken wir zum Schluß noch einmal auf die Entwickelung des Span— 
dauer Gymnasiums in den letzten 50 Jahren zurück: Wir sahen, wie es aus 
bescheidenen und unsicheren Anfängen heraus trotz aller Hindernisse nach und 
nach zu einem blühenden Vollgymnasium erwachsen ist. Es zeigt sich uns in 
dieser Entwicklung die Kraft der geschichtlichen Ueberlieferung; denn nur dadurch, 
daß man unbeirrt an den humanistischen Ueberlieferungen der alten Spandauer 
Lateinschule festhielt, gelang es, der Anstalt durch alle Krisen und Schwankungen 
hindurch den Charakter einer Gelehrtenschule zu wahren. Doch ist ihre Ent— 
wicklung noch nicht als völlig abgeschlossen zu betrachten. Dies ist der Zukunft 
vorbehalten und wird erst dann geschehen sein, wenn eine Realschule ihr die— 
jenigen Schüler abnehmen wird, die von vornherein nicht die Absicht haben, 
sich einem wissenschaftlichen Beruf zu widmen. Der augenblickliche Zustand der 
Anstalt berechtigt uns aber zu den besten Hoffnungen für ihre fernere gedeihliche 
Entwicklung, und so wollen wir mit dem Wunsche schließen: 
Gymnasium Spandoviense 
vivat, crescat, floreat! 
— ———
	        
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