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Geschichte des Gymnasiums zu Spandau von 1853 bis 1903 I. Begründung der Anstalt als Progymnasium von Michaelis 1853 bis Michaelis 1856

Full text: Festschrift zur fünfzigjährigen Jubelfeier des Königlichen Gymnasiums zu Spandau (Public Domain)

Aufwendungen keinerlei Eintrag geschehe. Damit wurde das Progymnasium 
dem Ressort der Königl. Regierung in Potsdam entzogen und dem des 
Provinzial⸗Schulkollegiums überwiesen; gleichzeitig wurde die Abhaltung von 
Entlassungsprüfungen für die abgehenden Schüler angeordnet. Die erste fand 
am 7. Oktober 1856 unter dem Vorsitz des Provinzial⸗Schulrats Dr. Kießling 
und zwar bereits in dem neuen Schulhause statt. 
Inzwischen war nämlich durch den Bau des neuen Schulhauses den 
großen Uebelständen abgeholfen worden, welche die Ungunst der Schulräume 
mit sich brachten. Seit Jahren litt die Schule an Ueberfüllung der Schul— 
klassen. Da die vorhandenen Schulräume nicht ausreichten, hatte man die 
Klassen zum Teil in Privathäusern unterbringen müssen. Deshalb lagen sie 
in mehreren Häusern zerstreut, wodurch die einheitliche Leitung der ganzen 
Schule sehr erschwert wurde. Auch machte sich der Mangel einer gemeinsamen 
Aula sehr fühlbar; es konnten keine gemeinsamen Schulfeiern stattfinden, so 
daß z. B. der Geburtstag des Königs klassenweise gefeiert werden mußte. Als 
im Herbst 1854 die Tertia eröffnet wurde, hatte man diese Klasse in dem bis— 
herigen Rektoratszimmer unterbringen müssen, während dem Rektor ein ander⸗ 
weitiges Dienstzimmer gemietet wurde. 
Schon vor der Eröffnung des Progymnasiums waren die Stadt⸗ 
verordneten darüber einig gewesen, daß alle diese Uebel am besten durch den 
Bau eines ganz neuen Schulhauses beseitigt würden. Man hatte zu dem 
Zweck das dem Ratsmaurermeister Bocksfelde gehörige Grundstück gekauft, 
das in der Potsdamer Straße unweit des Kirchplatzes und des alten Schul—⸗ 
gebäudes lag und zum Teil den Namen des alten Rektors Parnemann trug, 
der zur Zeit der Reformation den Ruf der Spandauer Lateinschule begründet 
hatte. Auf diesem bis zur Jüdenstraße reichenden Grundstücke wurden zwei 
Schulhäuser aufgeführt, eins in der Jüdenstraße für die Bürger- und Vorschule, 
eins in der Potsdamer Straße für das Progymnasium. Mit dem Bau des 
ersteren wurde schon im Sommer 1854 begonnen, so daß es im Jahre 1855 
fertig wurde und bezogen werden konnte. Man brachte hier zunächst die 
Bürgerschule, daneben aber vorläufig die Elementarschule unter, während die 
Vorschule noch in ihren alten Räumen verblieb. 
Im Sommer 1855 wurde auch der Bau des neuen Progymnasial⸗ 
Gebäudes begonnen. Die Grundsteinlegung fand am 14. Juli 1855 statt und 
wurde in feierlicher Weise begangen.) Um 9 Uhr vormittags versammelten 
sich die städtischen Behörden, die Geistlichkeit und der Kirchenvorstand von St. 
Nikolai im Rathaussaale, wo die im Grundstein niederzulegende Urkunde unter— 
yy Der Rektor hatte zu dieser Feier „Kurze Mitteilungen aus der Geschichte der 
Großen Schule zu Spandau“ drucken lassen, die er den städtischen Behörden und den 
Eltern der Schüler zur Erinnerung an die Feier widmete.
	        
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