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V. [Denkmalskunst und Hamburger Bismarck-Denkmal]

Full text: Die Siegesallee / Holzamer, Wilhelm (Public Domain)

wußten wohl, warum sie die Haͤuser an den Dom 
klebten. 
Unseren Denkmaͤlern fehlt die Architektonik, die die 
Maßstaͤbe festlegt im Bildwerk selbst und in der Um⸗ 
gebung. „Die Groͤße des Denkmals in der freien Natur 
beruht auf der rechten Behandlung der Massen zur Um⸗ 
gebung. Nicht die Einzelheit, sondern die Stimmuͤng 
entscheidet; der Umstand, daß man an Dingen, die im 
Verhaͤltnis zum Menschen stehen, die Groͤße des Ganzen 
uͤberall abschaͤtzen kann, ja, diese scheinbar noch gesteigert 
wird“, schreibt Gurlitt, der hier um so eher sprechen darf, 
als seine maßvolle Beurteilungsweise von keiner Seite 
verdaͤchtigt werden kann. 
Die Berliner Denkmalskuͤnstler helfen sich aber auf eine 
sehr einfache Weise. Sie haben wohl schon im Theater 
gesehen, wie klein ein Mensch auf einem Postament 
erscheint. Nun, da treiben sie ihn ins Große, wie 
Begas seinen Bismarck. Aber da entsteht sofort das 
schreienste Mißverhaͤltnis: auf der einen Seite will man 
wahr sein, und in der Groͤße wird man unwahr. Aber 
da wird die Groͤße nicht groß, die Wahrheit nicht wahr, 
es entsteht ein Schwanken hin und her, das, was ich 
vorhin das fehlende architektonische Verhaͤltnis in sich 
nannte. Das Monumentale bleibt aus, der Realismus 
behaͤlt sich in seiner Kleinlichkeit und das groͤßte Bild⸗
	        
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