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Max Klingers Todesphantasien

Full text: Gesammelte Reden und Aufsätze / Meyer, Alfred Gotthold (Public Domain)

dierungen und jene letzte lassen es klar erkennen. Es ist ein 
Gebiet, welches grade unsere deutsche nationale Kunst von 
Anbeginn zu ihrem hehrsten Schauplatz erkoren hat: es ist 
das urdeutsche Gefühl für die Natur, dies innige Lauschen auf 
die stumme Sprache der Landschaft, die zum Echo des eigenen 
Empfindens wird; die gleiche Saite der deutschen Volksseele, 
deren höchste Schwingungen sowohl in mystischer Phantastik 
wie in den reinsten Hymnen der deutschen Musik erklingen. 
Leis’ hallt diese Saite in allen Schöpfungen Klingers nach, 
wo sie aber den Sieg über die Widersprüche und Launen 
seiner Phantasie gewinnt, da verleiht sie seinen Werken unver- 
gängliche Schönheit. In diesem Sinne bezeichnen die beiden 
letzten Blätter des neuen Cyklus einen gewaltigen Fortschritt 
über alle früheren Arbeiten hinaus, der hoffentlich auch die ge- 
schworenen Krittler und Gegner der Klingerschen Muse zum 
Schweigen bringen wird. Möge dies „Gebet an die Schönheit“ 
sich herrlich erfüllen. Es hat die wirksamste Gottheit zum Bei- 
stand, denn es bezeugt, daß Klinger seinem Wahlspruch un- 
entwegt folgt: „Denn uns ist gegeben, an keiner Stätte zu 
ruhen.“ —
	        
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