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IV.

Full text: Die Verhandlungen über Schillers Berufung nach Berlin / Stölzel, Adolf (Public Domain)

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Schillers vor dem Könige überhaupt. Das erklärt sich indes 
sehr natürlich aus dem Umstande, daß vollständige Akten der be— 
treffenden Zeit überhaupt nicht vorliegen,) und daß die Gräfin 
zur entscheidenden Zeit, namentlich am 17. Mai, nicht in Potsdam, 
sondern in Berlin war.,) Dagegen beweisen die Hofküchenrech- 
nungen des Potsdamer Stadtschlosses unwiderleglich, daß von 
diesem aus am 17. und ebenso am 18. Mai vor der Mittagstafel 
je ein Frühstück kalter Küche, und zwar nach außerhalb, näm— 
lich „in vier Wagen für die königlichen Herrschaften“ geliefert 
worden ist. 
Bei einem dieser Frühstücke kann das Schillerpaar zugegen 
gewesen sein. Die Rechnungen nennen regelmäßig bei Frühstücken 
nicht die Zahl der Gedecke, sie führen nur die gelieferten Speisen 
auf. Für jeden Tag wird eine besondere Rechnung aufgestellt. 
Am Kopf wird diejenige Hofküche genannt, welcher die Lieferung 
zugefallen istr) Dann folgt die Angabe, für wen die Tafel herge⸗ 
richtet war mit Angabe der Gedecke,) dann die Angabe der 
Speisen nach Quantität und Preis unter Addierung der für die 
einzelne Tafel und das einzelne Frühstück aufgewendeten Gesamt— 
summe. Frühstück findet sich mehrfach, aber keineswegs täglich 
notiert. So heißt es z. B. unter dem 5. Mai: „Die Churprin— 
zessin von Hessen-Cassel Frühstück in Berlin“ (desgleichen am 
13. Mai: „Frühstück für die Frau Churprinzeß von Cassel Kgl. 
Hoheit“ in Charlottenburg, 5 Posten für zusammen 2 Taler 
13 Groschen 6 Pfennig), oder ebendaselbst „für 5 Herren Adjutanten“ 
5 Posten für zusammen 2 Taler 15 Groschen, oder unter dem 
15. Mai in Potsdam: „Zum Dejeunsé für die Königlichen Herr— 
schaften“ ... 4 Taler 22 Groschen, oder unter dem 16. Mai, 
ebenfalls in Potsdam: „Zum Dejeunsé der Churprinzeß von Cassel 
) Siehe oben S. 26 Note. 
2) Hofküchenrechnung vom 17. Mai 1804 Nr. 34: in Berlin „die 
OH Meisterin Gräfin v. Voß Exc. Mittags 2 Couverts, des Abends ...“ 
3) z. B. „Nr. 25. Küchzettel und Nachweisung derer Ausgaben bei der Kgl. 
Hofküche zu Potsdam“ (oder zu Berlin, oder zu Charlottenburg) am ...“ 
9) z. B. „Des Königs Maj. Abendtafel 28 Couverts“, oder „Für den 
Prinz Carl, Prinzeß Chartotte, Prinzeß Alexandrine, Kgl. Hoh. Mittags 
und Abends“, oder „für den Kgl. und fremden Kammertisch ... Mittags 
14 Personen“, oder „der Kronprinz, dessen Bruder 4 Couverts“.
	        
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